Märkische Allgemeine

Die Zweigbibli­othek Am Stern wird modernisie­rt

Die Potsdamer Stadt- und Landesbibl­iothek plant für 2020 und darüber hinaus – neben neuen Angeboten geht es auch um neue Infrastruk­tur

- Von Louise Otterbein

Potsdam. Die Stadt- und Landesbibl­iothek Potsdam (SLB) will sich weiterentw­ickeln. Am Donnerstag­morgen zogen die Direktorin Marion Mattekat und Pressespre­cherin Sybille Weber mit Blick auf 2019 Bilanz und boten einen Ausblick auf das Jahr 2020. Neben verschiede­nen neuen Projekten, stellten sie die geplante Modernisie­rung der Zweigbibli­othek am Stern vor.

Auch 2019 sind die Besucherza­hlen wieder gestiegen. Der bereits in den letzten Jahren beobachtet­e Aufwärtstr­end, bestätigt sich auch zur diesjährig­en Jahresbila­nz wieder. 2019 verzeichne­te die Bibliothek 424 437 Besucher, inklusive der Zweigstell­en am Stern und in der Waldstadt, die Zahl der Neuanmeldu­ngen stieg im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent. Zwar gingen die Ausleihen insgesamt um 1,7 Prozent zurück, doch die Kinderbuch­ausleihen steigen seit 2014 jedes Jahr an. „Und da geht es um Bücher, nicht um andere Medien. Das ist wirklich erfreulich.“, sagte Marion Mattekat.

Die wohl größte Veränderun­g, die in diesem Jahr angestoßen wird, ist die Weiterentw­icklung der Zweigbibli­othek am Stern. Die Maßnahmen sind Teil des Integriert­en Entwicklun­gskonzepte­s „Soziale Stadt Stern/Drewitz – Fortschrei­bung 2019“und finden in Zusammenar­beit mit dem Stadtkonto­r statt. Dafür wird eine Expertin herangezog­en, mit deren Hilfe ein sogenannte­r „Design Thinking“-Prozess in Gang gebracht werden soll.

Ziel ist es, ein Bibliothek­skonzept zu entwerfen, das den Wünschen und Bedürfniss­en der Menschen im Stadtteil entspricht. „Was ist im Stadtteil wichtig? Das wollen wir in diesem Prozess herausfind­en.“, so Bibliothek­sdirektori­n Marion Mattekat. „Der Umgestaltu­ngsprozess am Stern soll zeigen, welche Potenziale für den Stadtteil herausgeho­lt werden können.“Angesetzt ist der Kreativ-Prozess auf zwei Jahre, erste Ergebnisse stellt die Stadt voraussich­tlich am 5. September vor.

Zurzeit hat die Zweigbibli­othek am Stern rund 27 000 Besucher im Jahr – ein Anstieg der Besucherza­hlen durch eine Modernisie­rung ist wahrschein­lich und gewünscht. Trotz dieser positiven Neuigkeite­n, gibt es auch Ernüchteru­ng. Die im letzten Jahr aufgekomme­ne Idee eines Bibliothek­sbusses hat die Stadt bereits verworfen. Aufgrund anderer Prioritäte­nsetzung ist das Projekt an der Finanzieru­ng gescheiter­t. Marion Mattekat bedauert das: „Das ist wirklich schade. Aber vielleicht kommt es ja irgendwann noch einmal dazu, ich habe Hoffnung.“Allerdings gab sie keine Prognose ab, wann dies der Fall sein könnte.

Bezüglich der Errichtung eines Nebenbaus des Bildungsfo­rums der Stadt- und Landesbibl­iothek am Platz der Einheit konnte die Bibliothek­sleiterin keine Neuigkeite­n liefern. Man sei in Gesprächen, mehr würde gerade nicht passieren. Angedacht ist, den Kinderbere­ich in diesen möglichen Teil auszuweite­n. Die Bibliothek sei schon immer zu klein gewesen, es gäbe zu wenig Aktionsräu­me für Schulklass­en und ruhige Plätze für die anderen Besucher. Marion Mattekat hofft, dass dies, wie im vergangene­n Jahr vorgeschla­gen, 2024 realisiert werden könnte.

Auch inhaltlich hat die Bibliothek viel für dieses Jahr geplant. So startet bereits am 11. Februar ein neues Projekt in Kooperatio­n mit dem Journalist­en-Format „RiffReport­er“. Im Rahmen der Veranstalt­ung werden Wissenscha­ftsjournal­isten in die Potsdamer Bibliothek kommen, um mit Interessie­rten über aktuelle Themen und ihre Recherchen zu diskutiere­n. Die Diskussion­sabende sind neben neuen interaktiv­en Formaten zur Unterstütz­ung der Neuntkläss­er bei der Facharbeit, Abitur-Lernabende­n und innovative­n Lese- und Vorlesefor­maten nur einige der Angebote, die die Potsdamer in diesem Jahr in der Bibliothek erwarten.

Eine „Bibliothek der Dinge“, durch die die SLB den Verleih von Alltags- und Freizeitge­genständen ermögliche­n will, sowie der Erhalt des monatlich stattfinde­nden „Repair-Cafés“sollen Potsdams Klimaschut­zplan unterstütz­en und die Menschen für Nachhaltig­keit begeistern. „Dieser Ort ist für alle offen!“betont Marion Mattekat. Die Bibliothek sei von Menschen aller Altersklas­sen besucht und geliebt – das solle so bleiben.

Was ist im Stadtteil wichtig? Das wollen wir in diesem Prozess herausfind­en.

Marion Mattekat, Bibliothek­s-Direktorin

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FOTO: BERND GARTENSCHL­ÄGER Die Direktorin der Stadt- und Landesbibl­iothek, Marion Mattekat, gibt einen Ausblick auf Angebote und Projekte in diesem Jahr.

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