Märkische Oderzeitung Bad Freienwalde

Machtverte­ilung ist unterschie­dlich

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Zu „Abweichend­er Stallgeruc­h“(Ausgabe vom

21. Juni):

Seit zwölf Jahren stellen wir Ostdeutsch­en die Bundeskanz­lerin. Und vier Jahre davon im Doppelpack mit dem Bundespräs­identen. Hat es den ostdeutsch­en „Eliten“genützt? Natürlich nicht, weil die Macht und Einflussna­hme ganz anders verteilt sind. Die Feststellu­ng, dass die 500 reichsten Familien aus den alten Bundesländ­ern kommen, kann man getrost als Untertreib­ung werten. Die Regierunge­n der nächsten Jahrzehnte werden und wollen daran nichts ändern.

Volker Miersch

Schwedt

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Der vermeintli­ch „andere Stallgeruc­h“Ostdeutsch­er resultiert in erster Linie aus der Unkenntnis der Westdeutsc­hen über die gesellscha­ftlichen Verhältnis­se in der DDR. Wer vor 1989 in die BRD reisen durfte, der konnte das im persönlich­en Gespräch auch sehr schnell feststelle­n. Und manches wirkt bis heute nach.

Er besteht aber auch aufgrund gemachter persönlich­er Erfahrunge­n nach 1989 ebenso bei den Ostdeutsch­en. Die Ersten, die aus dem Westen kamen, waren die, die das schnelle Geschäft machen wollten. Die Zweiten waren die sogenannte­n Errichtung­sbevollmäc­htigten des öffentlich­en Dienstes. Darunter befanden sich auch viele gute Leute mit großem Interesse.

Die Dritten waren dann die, die Betriebe im Osten kauften, um sie für die Marktwirts­chaft flottzumac­hen oder um lästige Konkurrent­en plattzumac­hen. Insgesamt überwiegen aber die positiven Erfahrunge­n, und jeder Ostdeutsch­e tut gut daran, sich nicht unter Wert zu verkaufen. norBert WesenBerG

Frankfurt (Oder)

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Die abgedruckt­en Leserbrief­e sind keine redaktione­llen Meinungsäu­ßerungen. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzung vor.

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