Märkische Oderzeitung Bad Freienwalde

Balsam für die Seele

Timo Werner erzielt gegen Kamerun seine ersten beiden Tore im Nationaltr­ikot

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Sotschi (sid) In Nürnberg noch ausgepfiff­en, jetzt umjubelt: Timo Werner hat nun auch im DFB-Dress die Kritiker überzeugt und beim 3:1 beim Confed Cup gegen Kamerun seine ersten beiden Tore erzielt.

Am Tag nach seinem furiosen Doppelpack ließ es Timo Werner ruhig angehen. Der Fußball-Nationalst­ürmer genoss die Sonne Sotschis. „Am Pool liegen und ein bisschen bräunen ist immer schöner, als im Hotelzimme­r sitzen“, sagte Werner. Dass das Perspektiv-Team des Weltmeiste­rs sich als Gruppensie­ger beim Confed Cup weiter an den Vorzügen der Olympiasta­dt von 2014 erfreuen darf, hat es auch dem Stürmer von Vizemeiste­r RB Leipzig zu verdanken. Mit seinen ersten beiden Länderspie­ltoren avancierte der 21-Jährige zum Matchwinne­r beim 3:1-Erfolg gegen Kamerun.

Nachdem Werner in Nürnberg gegen San Marino (7:0) in der WM-Qualifikat­ion nach seiner Einwechslu­ng von den eigenen Fans gnadenlos ausgepfiff­en wurde, war der Auftritt gegen den Afrikameis­ter Balsam für die Seele. „Mein Ziel muss sein, dass die deutschen Fans irgendwann froh sind, mich im Nationaltr­ikot zu sehen. Dass sie sagen: Zum Glück haben wir den Jungen, der das entscheide­nde Tor beispielsw­eise im WM-Halbfinale erzielt hat“, erklärte er im „Kicker“.

Daher war auch die Freude bei seinen Mitspieler­n groß. „Ich weiß ja, wie es ist, wenn man von Presse und Publikum viel zu hören bekommt. Deswegen freut es mich besonders, dass er da so cool bleibt und vor allem der Mannschaft hilft“, sagte Julian Draxler. Mit ernster Miene schob der Kapitän einen Appell hinterher. „Ich hoffe, dass das Ganze jetzt mal aufhört.“Werner habe seinen Fehler eingesehen und sich dafür entschuldi­gt.

Die Schwalbe im Dezember im Spiel gegen Schalke 04 verfolgt Werner bis heute. In fremden Stadien schlägt ihm Hass entgegen, Schmähgesä­nge stehen auf der Tagesordnu­ng. „In dem Alter haben andere Leute ganz andere Fehler gemacht. Er ist ein guter Junge, er weiß, was er will. Damit sollte man es mal beruhen lassen jetzt“, sagte Draxler.

Werner ist darum bemüht, sich auf das Sportliche zu konzentrie­ren und alle Nebengeräu­sche auszublend­en. Das gelingt ihm gut. In der abgelaufen­en Bundesliga­saison war er mit 21 Treffern mit Abstand bester deutscher Torschütze. Im vierten Länderspie­l hat es in der Auswahl geklappt. „Die ersten Tore in der Nationalma­nnschaft sind etwas Besonderes“, sagte Werner, der es nach dem Spiel eilig hatte, in den Bus zu kommen. „Die anderen warten schon.“

Eilig hat es der pfeilschne­lle Stürmer auch auf dem Platz. Gegen Kamerun wirkte er zunächst aber übermotivi­ert. Immer wieder stand Werner im Abseits und tat sich mit der Ballkontro­lle schwer. „Es gab Anlaufschw­ierigkeite­n, dann hat es bei mir auch geklappt.“Und wie: Beim 2:0 verwertete er eine Flanke von Joshua Kimmich sehenswert per Kopf, beim 3:1 schob er ein Zuspiel von Benjamin Henrichs überlegt ein. Es war der erste Doppelpack eines deutschen Spielers in der ConfedCup-Geschichte.

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Foto: dpa/Christian Charisius Dynamisch und schnell: Timo Werner
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