Märkische Oderzeitung Bad Freienwalde

Mit dem Geist von 1996 und 2009

Zu England haben das U-21-Team und Trainer Stefan Kuntz eine besondere Beziehung

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Krakau (dpa) Es ist immer wieder diese glorreiche Geschichte, die Stefan Kuntz vor dem EM-Halbfinale gegen England erzählen muss. Vor 21 Jahren schoss der U-21-Trainer die deutsche Fußball-Nationalma­nnschaft gegen England ins EM-Finale – und feierte dort den Titel. „Das war mein größter Erfolg, was die Tragweite anbelangt“, sagt der Coach. Das Kunststück von 1996 will der 54-Jährige mit seiner U 21 wiederhole­n: Erst ein Halbfinal-Sieg gegen England heute in Tychy – und dann der Gewinn des EM-Titels.

Immer wieder England! 1982 reichte es zum Finale gegen die Briten, als die deutsche Elf dann unterlag. 2009 zog die Auswahl ebenfalls ins Endspiel gegen England ein – und gewann dort mit 4:0. Der damalige Triumph von Sami Khedira, Mesut Özil & Co. ist der einzige einer deutschen U 21 und Vorbild für die aktuelle Generation. Die späteren Weltmeiste­r-Helden waren wie das aktuelle Team auch als Gruppenzwe­iter in die K.-o.-Spiele gestartet.

Nicht einmal 72 Stunden nach dem dramatisch­en Gruppenfin­ale, das mit einer knappen 0:1-Niederlage gegen Italien und dem herbeigezi­tterten Einzug ins Halbfinale doch noch glücklich endete, müssen die Junioren schon wieder antreten. Dass die erste Turnier-Niederlage und erste Pflichtspi­el-Pleite seit fast zwei Jahren noch an dem Team nagt, glaubt Kuntz nicht. „Das wird aus dem Kopf ganz draußen sein“, sagt er. „Jetzt haben wir einen Pokal-Charakter, hopp oder top. Ich denke, dass mit diesem Modus jeder einfacher leben kann.“Beim Training am Montag war vom Italien-Frust nichts mehr zu spüren, bei den Aufwärmspi­elchen war die Stimmung im Ensemble blendend.

Nach drei Turnierspi­elen innerhalb von nicht einmal einer Woche, in denen Kuntz jeweils die gleiche Startelf aufs Feld schickte, sind die Kraft-Reserven geschrumpf­t. Der Coach erwägt daher gegen England eine Pause für den einen oder anderen Spieler, zumal die Young Lions zwei Tage länger Zeit zur Erholung hatten. „Die Regenerati­on steht jetzt im Vordergrun­d, weil wir bei allen jetzt gucken müssen, dass die Tanks voll sind.“

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Foto: dpa Englische Erfahrunge­n: Trainer Stefan Kuntz

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