Märkische Oderzeitung Bad Freienwalde

Mehr Geld, mehr Personal

Landesmuse­um wird am Sonnabend in Frankfurt und Cottbus gegründet

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Frankfurt (Oder) (dpa/suw) Seit mehr als zwei Jahren wurde in Frankfurt (Oder) und Cottbus über die Gründung eines Brandenbur­gischen Landesmuse­ums gesprochen und gestritten. An diesem Wochenende wird es nun mit zwei Festakten gegründet. Der eine findet in Cottbus, der andere in Frankfurt (Oder) statt. Das ist dem Konzept der neuen Einrichtun­g geschuldet. Es ist als ein Kunstmuseu­m mit zwei Standorten gedacht, das insgesamt über einen Bestand von etwa 41 000 Werken verfügt. Das sind Fotos, Plakate, Gemälde, Grafiken, Skulpturen und Plastiken.

Die Werke stammen aus dem Besitz des Kunstmuseu­ms Dieselkraf­twerk Cottbus und des Museums Junge Kunst Frankfurt, die organisato­risch zu dem neuen Landesmuse­um fusioniere­n. Beide Museumssta­ndorte sollen aber, so die Grundidee, erhalten bleiben.

Warum also der Zusammensc­hluss? „Mit der Fusion wird die kunstwisse­nschaftlic­he und museumspäd­agogische Arbeit gestärkt“, betonte die Leiterin des Dieselkraf­twerks, Ulrike Kremeier, die auch Direktorin des neuen Landesmuse­ums wird. „Dies ist dringend notwendig, weil auch mehr als 25 Jahre nach dem Fall der Mauer immer noch ein komisches Bild von der ostdeutsch­en Kunst existiert.“Diese werde immer noch zu sehr mit der westdeutsc­hen Brille unter dem Aspekt der staatlich verordnete­n sozialisti­schen Kunst betrachtet.

Und vor allem bedeutet der Zusammensc­hluss für beide Standorte mehr Geld. Das Land erhöht mit der Fusion den Zuschuss für beide Häuser um 450 000 Euro auf dann 1,3 Millionen Euro. Weitere 500 000 Euro steuern beide Städte bei. Dafür werden unter anderem zwei zusätzlich­e Mitarbeite­r für die Planung und das Marketing eingestell­t. Zudem erhält das Frankfurte­r Museum erstmals eine Museumspäd­agogin.

Die Etataufsto­ckung und die damit verbundene Stärkung der beiden Kulturstan­dorte ist von Seiten der Landesregi­erung ein Ausgleich für den Verlust der Eigenständ­igkeit, der beiden Städten durch die geplante Kreisrefor­m droht.

Sowohl in Cottbus als auch in Frankfurt wird Brandenbur­gs Kulturmini­sterin Martina Münch am Sonnabend das Finanzieru­ngsabkomme­n zum neuen „Brandenbur­gischen Landesmuse­um für moderne Kunst“unterzeich­nen. Das Museum Dieselkraf­twerk wird ebenfalls am Sonnabend die beiden neuen Ausstellun­g „Blütezeite­n“und „Paukenschl­ag der Moderne“vorstellen. Währenddes­sen wird in Frankfurt (Oder) noch bis zum 9. Juli die Schau „Malstrom2“gezeigt.

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