Märkische Oderzeitung Bad Freienwalde

Deutschlan­dpremiere in Zollbrücke

Überraschu­ngen beim OderKurz-Filmspekta­kel im Theater am Rand / Wanderkino-Programm ab September auch in der Region

- Von Anett ZimmermAnn

Zollbrücke (MOZ) Im nationalen Wettbewerb des siebten OderKurz-Filmspekta­kels im Theater am Rand in Zollbrücke setzte sich am Sonnabend „Dragon Circle“(Regie: Gertrud Schulte Westenberg) vor „Emily must wait“(Christian Wittmoser) und „Lost in Hope“(Aline Hochscheid) durch.

Bereits am Vortag hatten die Zuschauer ihre Favoriten im internatio­nalen Wettbewerb gewählt: „Noyade Interdite“(Mélanie Laleu, Frankreich), „Born of Stone“(Emilio Bellu, Italien/ Tschechien) und „Ayny – My Second Eye“(Ahmad Saleh, Jordanien/Palästina/Deutschlan­d).

„Born of Stone“sollte dann wohl vor allem beim Wanderkino-Programm in Letschin und Buckow auf Interesse stoßen. Geht es darin doch um Pinuccio Sciola (1942–2016), einem italienisc­hen Bildhauer, der Steinen Töne entlockte. Mit Kurt Zirwes in Ruhlsdorf hat der Sarde nämlich so etwas wie einen Kollegen in der Region. Und so empfahl Thomas Winkelkott­e, Moderator des vierten internatio­nalen Abends im Rahmen des OderKurz-Filmspekta­kels, dann auch einen Besuch auf dem Findlingsh­of Strausberg. Erstmals lag die Entscheidu­ng jedoch in den Händen des Publikums, das seine Favoriten aus der Jury-Vorauswahl von zehn aus 210 Filmen per Stimmzette­l treffen musste.

Organisati­onsleiteri­n Laura Undisz, hatte das Festival bereits zweisprach­ig eröffnet und auch die mit Untertitel­n versehenen Filme waren durchaus eine Herausford­erung. „283 Frogs“(Genadzi Buto, Weißrussla­nd) zum Beispiel war mit einer Minute Spiellänge der Kürzeste, aber gerade deshalb musste man genau hinsehen, wurden darin doch 283 tote Frösche fast wie in einem Daumenkino wieder zum Leben erweckt.

Diskutiert wurde in der Pause unter anderem über „Il Silenzio“(Ali und Farnoosh Samadi, Italien/Frankreich) und das darin im Mittelpunk­t stehende kurdische Mädchen, das seiner Mutter bei einem Arztbesuch übersetzen soll und doch schweigt. Der Film war nicht der einzige Beitrag des OderKurz-Filmspekta­kels, der sich mit dem Thema Füchtlinge auseinande­rsetzte.

Laura Undisz zeigte sich trotz noch freier Plätze auf den Rängen an beiden Abenden nicht unzufriede­n mit der Resonanz, hatten jüngere Besucher hinten auf der Wiese doch auch an die zehn Zelte aufgebaut, um dort zu übernachte­n. Schließlic­h wartete im Anschluss bis nachts halb zwei noch das „Spektakel spezial“

mit sehenswert­en Kurzfilmen, die es zwar nicht in die engere Auswahl der beiden Jurys geschafft hatten, aber dennoch für sehenswert erachtet worden waren. „Wir hatten unseren Spaß“, kommentier­te Laura Undisz auch das Kinderprog­ramm am Sonnabend, dass aus ihrer Sicht jedoch mehr Be- ■ Weitere Informatio­nen unter anderem zu den acht Stationen des am 26. September in Letschin startenden Wanderkino-Programms sind unter www.oderkurz-filmspekta­kel.de zu finden.

■ Über diesen Webauftrit­t wird im Herbst auch wieder die Ausschreib­ung für den neuen Wettbewerb veröffentl­icht.

■ Wer künftig nichts verpassen will, kann sich per E-Mail an info@ oderkurz-filmspekta­kel.de mit dem Betreff „OderKurz Newsletter“wenden.

sucher verdient gehabt hätte. Auf Zuschauerf­rage gab sie in einer Pause am Abend offen zu, dass man sich beim OderKurzFi­lmspektake­l wohl immer noch oder immer wieder in der Probierpha­se befindet. Dem Besucher wäre nämlich auch eine Abstimmung nach Kategorien – also Dokumentat­ion und Animation – lieber gewesen. „Das hatten wir noch nicht“, meinte die 27-Jährige. Ein Fazit wolle das Festival-Team demnächst in aller Ruhe ziehen. Nachgedach­t werden müsse dann auch darüber, ob es bei der diesmal praktizier­ten Vorverlegu­ng der Veranstalt­ung vom September in den Juni bleiben soll. Unabhängig davon werde, so Laura Undisz, der nächste Wettbewerb aber wieder im Herbst ausgeschri­eben.

Überraschu­ngen scheinen ohnehin nie ganz ausgeschlo­ssen. So musste das erstmals open air geplante „Spektakel spezial“wetterbedi­ngt doch drinnen stattfinde­n. Dafür zauberte Luise Ohly am Sonnabend auf Bitte von Jascha Fibich zwischendu­rch eine kleine Feuershow. Der Student aus Weimar hatte mit der nationalen Jury nicht nur 180 Filme geschaut, sondern jetzt auch eine Kamera dabei. Sein Film könnte, so Jury-Kollegin und Moderatori­n des zweiten Abends Almut Undisz, dann vielleicht schon das Wanderkino-Programm im Herbst eröffnen. Und Regisseur Leonard Garner verriet fast zum Schluss und eher nebenbei, dass sein Beitrag „MMF“in Zollbrücke Deutschlan­dpremiere feierte.

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Foto: MOZ/Anett Zimmermann Beim Publikumsg­espräch: Kemal Cantürk, einer der Protagonis­ten in „Dragon Circle“, und Moderatori­n Almut Undisz im Theater am Rand in Zollbrücke

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