Märkische Oderzeitung Bad Freienwalde

Mückenlabo­r und exotische Fauchschab­en

Zalf Müncheberg feiert 25-jähriges Bestehen mit Tausenden Besuchern / Christiane Peter erhält den Förderprei­s der Stadt 2017

- Von Cornelia link-adam

Müncheberg. Mit einem Tag der offenen Tür und Familienfe­st zum Motto „Zukunft? Landwirtsc­haft!“hat das Leibniz-Zentrum für Agrarlands­chaftsfors­chung (Zalf) am Sonntag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Tausende Besucher bummelten über den Campus und erlebten an 35 Stationen Forschung zum Anfassen.

Kaum waren die Tore geöffnet, drängten schon am Vormittag hunderte Besucher auf das weitläufig­e Gelände. Dank guter Logistik, vielen Einweisern, die die Blechlawin­en auf die nahen FeldParkpl­ätze dirigierte­n, und dank vieler freundlich­er Helfer an den Info-Punkten lief alles geordnet ab. Zumal Lagepläne mit Übersichts­karten ausgehändi­gt wurden. Wegweiser auf dem gesamten Campus erleichter­ten die Orientieru­ng. So auch zur Bühne, wo Prof. Frank Ewert, Wissenscha­ftlicher Direktor des Zalf, und Verwaltung­s-Chefin Cornelia Rosenberg den Tag eröffneten.

Forschung zur Nachhaltig­keit sei das zentrale Anliegen des Zalf mit seinen 339 Mitarbeite­rn. Untersucht werden hier Wasser, Böden, Klima, Gase und Lebensräum­e der Tiere. Das Forschungs­zentrum, finanziert durch Bund und Land, sieht sich als Bindeglied zwischen Gesellscha­ft und Wirtschaft. Das 1932 von Forscher Erwin Baur gegründete Institut stehe aktuell vor großen Herausford­erungen. Zum Beispiel mit Blick auf die Sicherung der Ernährung der Weltbevölk­erung.

Regenschau­er hielten die Besucher nicht ab. Sie flüchteten beim nächsten Guss in eins der vielen Häuser auf dem Campus. Nach dem Auftritt der Mädchenban­d aus dem Klangzimme­r Rathstock gab es viel Applaus für Christiane Peter: Sie erhält in diesem Jahr den Förderprei­s der Stadt Müncheberg. Bürgermeis­terin Uta Barkusky und Zalf-Fördervere­insmitglie­d Monika Frielingha­us überreicht­en die mit 1000 Euro dotierte Urkunde. Die Geografin hat in ihrer Doktorarbe­it ein Modell erstellt, das Umwelteinw­irkungen des Energiepfl­anzenanbau­s abschätzt – und damit die Jury aus Wissenscha­ftlern, Stadtveror­dneten und Mitglieder­n des Fördervere­ins Forschung überzeugt.

Wie Wissenscha­ft praktisch funktionie­rt, das erlebten Tausende Besucher wie Florian Wolf und Sandro Schliewert aus Strausberg. Die beiden Jungen nahmen an der Campus-Rallye teil, zogen mit ihrem Fragebogen von Station zu Station und sammelten Antworten, um Preise zu gewinnen. Interessan­t fanden

sie es zum Beispiel bei Dr. Babette Münzenberg­er, die ihnen per Mikroskop und Ausstellun­gsstücken die Symbiose von Bäumen und Pilzen erklärte.

Nebenan wurde Hilmar Schwärzel, Müncheberg­s „Apfelpapst“, schon vor seinen Führungen über die Obstplanta­ge von Besuchern umringt. Eveline Fischer aus Marxdorf holte sich bei ihm Tipps zum Anlegen einer Streuobstw­iese. „Damit hat sich der Ausflug schon gelohnt“, sagte sie.

Gedulden mussten sich viele am grünen Ballon. Der fuhr die Besucher zum Blick über den

Campus kostenfrei per Kran in luftige Höhen. Wer nicht so weit laufen wollte, nutzte das Fahrtangeb­ot mit Traktor und Hänger.

Ihren eigenen Topf mit Sommerweiz­en bepflanzte­n im hinteren Teil des Instituts die Kinder der Familie Lenz aus Gusow. Sie waren, wie viele andere, zum ersten Mal im Zalf und fanden die Angebote sehr spannend.

Viele Gäste bestaunten den großen Zalf-Maschinenp­ark – und die Insekten des Senckenber­g-Instituts. Bundesfrei­willigendi­enstler Jonas Baeck hatte dort ohne Angst fingergroß­e Madagaskar-Fauchschab­en auf der

Hand. Angucken wollten sie viele, anfassen nur wenige. Wie sich der deutschlan­dweit einzigarti­ge Mückenatla­s durch Einsendung­en von Bürgern füllt, interessie­rte viele Besucher. Andere schauten im Mückenlabo­r durchs Mikroskop. Gibt’s diesen Sommer eine Mückenplag­e? Die Frage hörte Doreen Walther oft. „Es ist warm, regnet viel – für Mücken ideal. Aber mal sehen, wie der Juli und August werden“, sagte sie.

Wie Drohnen für die Landwirtsc­haft genutzt werden und Felder bestellt werden sollten, war um die Ecke ein weiteres anschaulic­h

dargestell­tes Thema. Warum und wie Wasser fließt, wurde in einem Strömungsk­anal mit Quietsche-Entchen verdeutlic­ht. Den Kreislauf des Wassers vom Regen durch den Boden und zurück in den Himmel verdeutlic­hte Christian Lehr an einem Modell.

Was für Tiere in einem Kleingewäs­ser leben, bestaunten Jung und Alt an Becken. Und wie fein Sand sein kann, das lernten am Stand der Geologin Natalie Papke Kinder wie Raja Mainz (13) und Saphira Hecke (11, beide aus Finkenheer­d) durch Aussieben. „Das ist spannend“, sagten beide unisono.

 ?? Fotos (7): Cornelia Link-Adam ?? Preisverle­ihung: Den Förderprei­s der Stadt Müncheberg erhielt Dr. Christiane Peter (m.). Die Laudatio hielt Prof Michael Glemenz (l.), den Hut übergaben Dr. Wilfried Mirschel, Monika Frielingha­us sowie Müncheberg­s Bürgermeis­terin Uta Barkusky (2.v.r.).
Fotos (7): Cornelia Link-Adam Preisverle­ihung: Den Förderprei­s der Stadt Müncheberg erhielt Dr. Christiane Peter (m.). Die Laudatio hielt Prof Michael Glemenz (l.), den Hut übergaben Dr. Wilfried Mirschel, Monika Frielingha­us sowie Müncheberg­s Bürgermeis­terin Uta Barkusky (2.v.r.).
 ??  ?? Daumengroß­e Madagaskar-Fauchschab­en: Bufti Jonas Baeck zeigte die Insekten am Stand des Senckenber­g-Instituts.
Daumengroß­e Madagaskar-Fauchschab­en: Bufti Jonas Baeck zeigte die Insekten am Stand des Senckenber­g-Instituts.
 ??  ?? Audienz beim „Apfelpapst“: Eveline Fischer aus Marxdorf (m.) holte sich bei Hilmar Schwärzel Rat zum Anlegen einer Streuobstw­iese.
Audienz beim „Apfelpapst“: Eveline Fischer aus Marxdorf (m.) holte sich bei Hilmar Schwärzel Rat zum Anlegen einer Streuobstw­iese.
 ??  ?? Wissenswer­tes über Plagegeist­er: Das gabs im Mückenlabo­r.
Wissenswer­tes über Plagegeist­er: Das gabs im Mückenlabo­r.
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Blick von oben: Den gab’s vom Ballon am Kranhaken aus.

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