Märkische Oderzeitung Bad Freienwalde

Bauern starten in die Ernte

Weniger Winterraps und -Roggen, dafür mehr Winterweiz­en

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Seelow (ir) Nur noch wenige Tage, dann wollen die Landwirte in Märkisch-Oderland Anfang Juli – und damit etwas früher als üblich – in die Getreideer­nte 2017 starten. „Wir erwarten gute, aber keine Spitzenert­räge“, sagt Herrmann Roeber, Geschäftsf­ührer der PdA Alt Zeschdorf. Auf seinen Feldern biete sich trotz der insgesamt guten Wasser- und Wetterlage während der Reifephase sowohl beim Getreide als auch beim Raps ein differenzi­ertes Bild, so der Landwirt.

Den Agrarförde­ranträgen zufolge, die 463 Landwirtsc­haftsbetri­ebe im Landkreis in diesem Jahr für eine Gesamtfläc­he von 127 544 Hektar gestellt haben, ist die Anbaufläch­e von Winterweiz­en mit 34 261 Hektar (Vorjahr: 32 824) zu Lasten von Winterrogg­en (10 543 ha zu 12 539 im Jahr 2016) ausgebaut worden.

Kleiner geworden ist auch die Anbaufläch­e von Winterraps (18 531 ha zu 20 708 im Jahr 2016). Auswinteru­ngsschäden oder eine mangelnde Wasservers­orgung im Frühjahr führten dazu, dass Bestände umgebroche­n werden mussten, heißt es dazu aus dem Amt für Landwirtsc­haft und Umwelt (ALU) des Landkreise­s. Als Ersatz kamen fast nur noch Mais und Sommergers­te in Frage. Daher wuchs deren Anbaufläch­e – auf 22 329 ha Mais zu 20 952 im Vorjahr und 626 ha Sommergers­te zu 363 im Jahr 2016).

„Erfreulich“ist für ALU-Amtsleiter Jan Paepke der Anstieg im Anbau von Leguminose­n (Erbsen, Lupinen) auf 2418 ha. Denn das ist gut für die Bodenfruch­tbarkeit. Hierfür werden vor allem die sogenannte­n ökologisch­en Vorrangflä­chen genutzt. Bei konvention­ell wirtschaft­enden Betrieben müssen sie mindestens fünf Prozent ihrer Ackerfläch­e ausmachen.

Wenn nun aber, wie durch die EU beschlosse­n, auf diesen Flächen keine Pflanzensc­hutzmittel mehr ausgebrach­t werden dürfen, könnte dieser Anbau zusammenbr­echen, befürchtet man im Kreis-Landwirtsc­haftsamt. Denn ohne Pflanzensc­hutz ist nach Aussage vieler Betriebe im Landkreis der Leguminose­nanbau nicht wirtschaft­lich darstellba­r.

Wer vermutet hatte, dass mit dem Wegfall der Zuckerrübe­nquote und -Marktpreis­bindung diese Feldfrucht faktisch aus Märkisch-Oderland verschwind­en würde, hat sich geirrt: Die Anbaufläch­e hat sich nur etwa halbiert. Sie sank von 2234 ha im Vorjahr auf 1096 ha in diesem. Vermutlich vor allem, weil auch die Rüben in Biogasanla­gen vergärt werden.

Während die Sonnenblum­e, die einst überall im Oderland angebaut wurde, mit 712 Hektar Anbaufläch­e (2016: 637)weiterhin ein Nischendas­ein fristet, ist der Hafer mit knapp 1000 ha weiter auf dem Vormarsch. Auf 5976 Hektar wird sonstiges Ackerfutte­r angebaut, die Kartoffel hingegen nur noch auf 80 ha.

Als interessan­te „Exoten“nennt die Anbaustati­stik des ALU unter anderem Öllein, der auf 133 ha angebaut wird, Buchweizen (106 ha), Soja (35 ha) und Hanf (14 ha, zur Fasergewin­nung). Und: Es gibt 87 ha Kurzumtrie­bsplantage­n (Weiden, Pappeln) in Märkisch-Oderland.

Anbau von Zuckerrübe­n hat sich etwa halbiert

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