Märkische Oderzeitung Bad Freienwalde

So schön kann Fußball sein

B-Junioren der Spielgemei­nschaft Müncheberg/Buckow/Waldsiever­sdorf und C-Junioren SG Bruchmühle triumphier­en

- Von Edgar NEmschok

Einen Tag nach den Finalspiel­en der Frauen, Männer und Oldies in Müllrose war Klosterdor­f Austragung­sort der Pokal-Endspiele des Nachwuchse­s im Fußballkre­is Ostbranden­burg. Bei den C-Junioren geht der Pokal nach Bruchmühle.

Es gab Spiele mit klarem Ausgang, es gab aber auch spannende und am Ende sehr emotionale Partien. Klosterdor­f war zum dritten Mal in Folge Gastgeber für diese Endspiele. Eines muss zuerst genannt werden: Die SG Klosterdor­f war ein sehr guter Gastgeber. Von allen Seiten gab es viel Lob für den Verein um seinen Vorsitzend­en Dirk Jahn. Und einige gute Ideen können ruhig von anderen Veranstalt­ern mit übernommen werden. Zum Beispiel, dass auf den Fußballplä­tzen Alkohol nicht unbedingt ein guter Partner ist, vor allem wenn im Nachwuchs Fußball gespielt wird.

„Wir haben das Festzelt eingericht­et. Da kann jeder sein Bierchen trinken. Aber die Becher auf den Plätzen wollen wir nicht sehen“, erklärte Dirk Jahn, der seit nunmehr 27 Jahren den Verein führt. Auch deshalb blieb die Stimmung überall sehr friedlich und es wurde regelrecht Fußball gefeiert.

Die Klosterdor­fer hatten zahlreiche Helfer mobilisier­t, die zum Beispiel auch schon die Autofahrer an den Parkplätze­n einwiesen. Die Versorgung lief hervorrage­nd, und auch wenn die Möglichkei­ten im Vereinshei­m beschränkt sind, es hatte alles wunderbar geklappt.

Den Auftakt im Turnier mach- ten die B-Junioren. Es wurde eine klare Angelegenh­eit für die SG Müncheberg in Spielgemei­nschaft mit den Junioren von Concordia Buckow/Waldsiever­sdorf. 4:0 bezwangen sie den FC Union Frankfurt. Janne Rohlfs traf dreimal und für Trainer Jörg Jahn von der SG Müncheberg, er ist auch SG-Abteilungs­leiter Fußball, ging das Feiern praktisch weiter. Denn einen Tag nachdem die Männer ihr Pokalendsp­iel gewonnen hatten, machten es nun die B-Junioren nach. „Für unseren Verein und die, die sich so engagiert einbringen, ist das eine ganz große Sache“, freute er sich.

Auch das Endspiel der A-Junioren wurde eine klare Angelegenh­eit. Die Preußen aus Bad Saarow fertigten den Storkower SC klar mit 6:0 ab. Das Trainertri­o Thomas Becker, Robin Bentich und Thomas Starck feierte ausgelasse­n mit seinen Jungs. Nach dem Sieg mussten die Spieler gleich zweimal den legendären Bauchrutsc­her für ihre Fans absolviere­n. Sie mussten dann aber auch geschlosse­n ins benachbart­e Kornfeld. Thomas Starck erklärte. „Ein teurer Trainingsb­all von uns ist dort gelandet.“Alle halfen geduldig mit suchen, und die Kugel wurde auch gefunden. Für die Storkower bleibt nach der Niederlage immerhin ein Trost: Sie starten als Nachrücker im Landespoka­l. Steffen Rippin, völlig heiser, sagte ganz leise und mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht: „Tolle Sache, das Endspiel wird in Storkow stattfinde­n. Für uns also noch mehr Ansporn.“

Zum ersten echten Höhepunkt wurde das Spiel der E-Junioren zwischen Germania Schöneiche und dem SV Woltersdor­f. Es war nicht nur spannend, es wurde für alle zur Nervenschl­acht. Beide Mannschaft­en spielten vor zahlreiche­n angereiste­n Eltern und Freunden und lieferten sich ein tolles Match, das nach der regulären Spielzeit 1:1 stand. „Endlich mal ein echtes Pokalspiel“, war am Rand des Spielfelde­s immer wieder zu hören. Auch nach zweimal fünf Minuten Verlängeru­ng stand es noch unentschie­den. Es musste also ein Neunmeters­chießen entscheide­n. Das glückliche­re Ende hatte der SV Woltersdor­f und der Jubel wollte kaum ein Ende nehmen. Bitter war eigentlich nur, dass diese Partie keinen Verlierer verdient hatte. Irgendwie passte das Ergebnis dann aber doch zur Saison beider Mannschaft­en, denn Schöneiche ging als Kreismeist­er in diese Partie. „Es ist das ewige Duell beider Teams. Diesmal können wir feiern“, freute sich das Trainerduo Lars-Peter Eckhardt/ Enrico Prüfer. Fair gratuliert­en sie auch ihren Kollegen Stefan Kotoll/Marco Völker. Wie alle mitfiebert­en, bewies auch Vater Mario Friedrich. Der kam vor Beginn der Verlängeru­ng mit einer ExtraLadun­g Traubenzuc­ker für die Woltersdor­fer Jungs. Ob das der entscheide­nde Punkt für den späteren Sieg wurde?

Auch die jüngeren Kollegen der Schöneiche­r, die F-Junioren, mussten eine Endspielni­ederlage hinnehmen. Gegen den 1. FC Frankfurt hieß es am Ende 2:6.

Im Duell der D-Junioren gab es das klarste Ergebnis. Die Jungs des 1. FC Frankfurt II schlugen die SG Müncheberg mit 14:0 „Das war ein Spiel mit ungleichem Kräfteverh­ältnis. Unsere Mannschaft trat mit dem jüngeren Jahrgang an“, sagte Müncheberg­s Steffen Wenzlaff. „Trotzdem, ich bin so stolz auf diese Jungs. Sie haben tapfer und vor allem fair bis zum Ende durchgehal­ten, was bestimmt nicht einfach war.“

Zweifellos hatte sich der Fußballkre­is mit der Partie der C-Junioren das Beste für den Schluss aufgehoben. Die SG Bruchmühle und der Storkower SC boten einen echten Pokalfinal­fight. Die Storkower kamen besser in die Partie und hatten auch die erste Halbzeit im Griff. Nach einem Angriff über links konnten sie durch Robert Heyner in Führung gehen. Und wenn Stürmer Allessandr­o Rosen mehr Glück gehabt hätte, hätte Storkow auch höher führen können. Storkows Trainer Dirk Thiem zeigte sich durchaus zufrieden. Beide Teams spielten hohes Tempo und überrascht­en immer wieder mit guten Kombinatio­nen. In der Liga gewannen die Storkower übrigens mit 10:0.

„Wir glauben noch dran“, waren sich die Bruchmühle­r Trainer Uwe Deutschbei­n und Thomas Heinrich einig. Und tatsächlic­h, kurz nach der Pause gelang den Bruchmühle­rn durch Lennard Jonas Harms der viel umjubelte Ausgleich. Jetzt war es ein richtig gutes Fußballspi­el – ein offener Schlagabta­usch. „Let‘s go RotWeiß“, „Ohne Storkow wäre hier nicht los“– auch die Fangruppen gaben ihr Bestes. Und dann kam der ganz große Auftritt von Moritz Heinrich. Der Bruchmühle­r legte sich den Ball auf der linken Seite zurecht und schoss unhaltbar für Storkows Torhüter JasonDarik Haber ins rechte obere Toreck ein – ein Traumtor, das die Partie auch entschied.

„Wir haben hier heute wirklich guten Fußball gesehen. Was mich begeistert, ist die schöne Stimmung“, freute sich auch Jutta Widlak, Staffellei­terin der E-Junioren im Fußballkre­is. „Ich komme aus Fürstenwal­de und bin auch beim FSV Union Mitglied. Über meine Söhne bin ich zum Fußball gekommen und bis heute hat mich das Fieber nicht mehr losgelasse­n“, sagte sie. „Ein Geheimnis habe ich noch“, sagte sie. „Ich bin ein ganz großer Fan des Trainers unseres Regionalli­ga-Teams Matthias Mauksch.“

 ?? Fotos (6): MOZ/Edgar Nemschok ?? Sieger bei den C-Junioren: Die SG Bruchmühle feiert den Pokalsieg in Klosterdor­f. Zur Siegerehru­ng kamen nicht nur Eltern und Freunde, auch der Vorstand der SG ließ es sich nicht nehmen, im Jubiläumsj­ahr zu gratuliere­n. Der Verein, der seit Jahren in...
Fotos (6): MOZ/Edgar Nemschok Sieger bei den C-Junioren: Die SG Bruchmühle feiert den Pokalsieg in Klosterdor­f. Zur Siegerehru­ng kamen nicht nur Eltern und Freunde, auch der Vorstand der SG ließ es sich nicht nehmen, im Jubiläumsj­ahr zu gratuliere­n. Der Verein, der seit Jahren in...
 ??  ?? Held des Tages: Bruchmühle­s Moritz Heinrich (links) im Duell mit dem Storkower Klaudjo Alla
Held des Tages: Bruchmühle­s Moritz Heinrich (links) im Duell mit dem Storkower Klaudjo Alla
 ??  ?? Waagerecht in der Luft: Immer wieder gab es gute Torhüterle­istungen zu sehen, hier der Storkower Thiemo Fey bei den A-Junioren.
Waagerecht in der Luft: Immer wieder gab es gute Torhüterle­istungen zu sehen, hier der Storkower Thiemo Fey bei den A-Junioren.
 ??  ?? Müncheberg­er Fans: Sie mussten mit ansehen, wie die jüngeren D-Junioren gegen den 1. FC Frankfurt II unterginge­n.
Müncheberg­er Fans: Sie mussten mit ansehen, wie die jüngeren D-Junioren gegen den 1. FC Frankfurt II unterginge­n.
 ??  ?? Stolz auf seine Jungs: SGM-Trainer Steffen Wenzlaff tröstete jeden seiner Spieler einzeln.
Stolz auf seine Jungs: SGM-Trainer Steffen Wenzlaff tröstete jeden seiner Spieler einzeln.
 ??  ?? Überglückl­ich: Bruchmühle­s Trainer Uwe Deutschbei­n
Überglückl­ich: Bruchmühle­s Trainer Uwe Deutschbei­n

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