St­ein­mei­ers War­nun­gen

Bun­des­prä­si­dent ver­weist auf wach­sen­den Na­tio­na­lis­mus.

Märkische Oderzeitung Bad Freienwalde - - VORDERSEIT­E -

Mün­chen. Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter St­ein­mei­er hat vor ei­nem welt­weit wach­sen­den Na­tio­na­lis­mus ge­warnt und vor al­lem die USA, Chi­na und Russ­land scharf kri­ti­siert. „Wir wer­den heu­te Zeu­gen ei­ner zu­neh­mend de­struk­ti­ven Dy­na­mik der Welt­po­li­tik. Vom Ziel in­ter­na­tio­na­ler Zu­sam­men­ar­beit zur Schaf­fung ei­ner fried­li­che­ren Welt ent­fer­nen wir uns im­mer wei­ter“, sag­te das deut­sche Staats­ober­haupt in sei­ner Re­de zur Er­öff­nung der 56. Münch­ner Si­cher­heits­kon­fe­renz am Frei­tag in der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt.

Ber­lin. Der Neu­an­fang an der CDU-Spit­ze ge­stal­tet sich zu­neh­mend schwie­rig. Zwar hat sich of­fi­zi­ell noch kei­ner der drei An­wär­ter auf den Pos­ten des Par­tei­vor­sit­zen­den und da­mit auch um die Kanz­ler­kan­di­da­tur be­wor­ben. Doch Fried­rich Merz und Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn si­gna­li­sier­ten zu­min­dest, dass sie be­reit sei­en, Ver­ant­wor­tung in der Par­tei­spit­ze zu über­neh­men. Der nord­rhein-west­fä­li­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Ar­min La­schet hat sich bis­lang noch nicht zu sei­nen Am­bi­tio­nen ge­äu­ßert.

Nach dem an­ge­kün­dig­ten Rück­tritt der CDU-Vor­sit­zen­den An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er droht der Uni­on da­mit wei­ter ei­ne Zer­reiß­pro­be. AKK will die kom­men­de Wo­che nut­zen, um

Ge­sprä­che mit den mög­li­chen Be­wer­bern zu füh­ren. Als ei­ne even­tu­el­le Va­ri­an­te gilt, al­le drei in die künf­ti­ge Füh­rungs­spit­ze ein­zu­bin­den. Ei­ne Über­le­gung lau­tet, dass Spahn Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der und Merz Mi­nis­ter wer­den kön­ne, falls La­schet zum neu­en CDUChef ge­wählt wer­de.

Doch auch das wird nicht so ein­fach funk­tio­nie­ren. Denn Ralph Brink­haus sei nicht be­reit, sei­nen Pos­ten als Frak­ti­ons­chef zu räu­men. „Das wird so nicht lau­fen“, hieß es aus Frak­ti­ons­krei­sen. Da­mit wä­re in ei­ner wie auch im­mer ge­ar­te­ten Neu­auf­stel­lung ei­ne zen­tra­le Stel­le blo­ckiert. Brink­haus füh­le sich in sei­ner Rol­le „pu­del­wohl“und „be­ab­sich­ti­ge nicht, den Pos­ten auf­zu­ge­ben“.

In den CDU-Frak­ti­ons­krei­sen wur­de zu­dem dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Brink­haus auch nur sehr schwer zur Auf­ga­be sei­nes Pos­tens ge­zwun­gen wer­den kön­ne. Für ei­nen Wech­sel an der Spit­ze in der lau­fen­den Le­gis­la­tur­pe­ri­ode sei ei­ne Zwei­drit­tel­mehr­heit der Uni­ons-Ab­ge­ord­ne­ten not­wen­dig, hieß es. Die sei aber äu­ßerst un­wahr­schein­lich.

Ge­gen Kau­der 2018 ge­won­nen

Tat­säch­lich hat­te Brink­haus erst im Sep­tem­ber 2018 ei­ne Kampf­ab­stim­mung ge­gen Amts­in­ha­ber Vol­ker Kau­der ge­won­nen. Das war auch als Aus­druck ei­nes wach­sen­den Selbst­be­wusst­seins der Ab­ge­ord­ne­ten in­ter­pre­tiert wor­den, über ih­re Füh­rung un­ab­hän­gig von sons­ti­gen Par­tei­in­ter­es­sen zu ent­schei­den. Be­son­ders schwie­rig wird die Macht­auf­tei­lung in der CDU, weil al­le drei Be­wer­ber und eben auch Brink­haus aus Nord­rhein-West­fa­len stam­men. Der saar­län­di­sche CDU-Chef To­bi­as Hans sieht die Füh­rungs­de­bat­te als Teil ei­nes po­li­ti­schen Über­le­bens­kamp­fes: „Es geht um das Über­le­ben der CDU als Volks­par­tei der Mit­te und dar­um, ver­lo­ren ge­gan­ge­nes Ver­trau­en zu­rück­zu­ge­win­nen.“In der ak­tu­el­len Dis­kus­si­on ge­he es „um weit mehr als um Per­so­nal­fra­gen“. Er be­ton­te: „Un­ser Ziel muss es doch sein, je­man­den zu prä­sen­tie­ren, hin­ter dem sich die ge­sam­te Uni­on ver­sam­meln kann.“Er plä­dier­te für ein „ge­steu­er­tes Ver­fah­ren für die Neu­auf­stel­lung“.

Fo­to: Kay Niet­feld/dpa

Ralph Brink­haus ist der Vor­sit­zen­de der CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­ti­on.

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