Die Bie­ne und der Hanf

Märkische Oderzeitung Beeskow - - VORDERSEIT­E - Micha­el Ga­bel

Ei­ne Bie­ne hat‘s

nicht leicht: Vie­le St­un­den am Tag muss sie Pol­len sam­meln und nach Nekt­ar su­chen – ein an­stren­gen­der Job. Und dann gibt es ja auch noch die Men­schen. Erst de­zi­mie­ren sie die Völ­ker durch hef­ti­gen Pes­ti­zid-ein­satz. Und dann neh­men sie ih­nen auch noch ih­ren Ho­nig weg, weil sie et­was Le­cke­res fürs Früh­stück brau­chen. Frus­trie­rend.

Ei­ne Ent­de­ckung von Wis­sen­schaft­lern der Cor­nell Uni­ver­si­ty im Us-bun­des­staat New York könn­te das Le­ben der Bie­nen aber ent­schei­dend ver­bes­sern. Die For­scher ha­ben näm­lich fest­ge­stellt, dass die In­sek­ten aus­ge­rech­net von Hanf­pflan­zen be­son­ders stark an­ge­zo­gen wer­den. Und das, ob­wohl die­se we­der Nekt­ar pro­du­zie­ren, noch mit Blü­ten auf sich auf­merk­sam ma­chen kön­nen. Wer jetzt denkt, es ist der high-ma­chen­de Can­na­bis-be­stand­teil THC, der auf die Bie­nen so at­trak­tiv wirkt, der irrt sich. Denn für Dro­gen­kon­sum feh­len den In­sek­ten die not­wen­di­gen Sen­so­ren. Es ist ein­fach nur die enor­me Viel­zahl an Pol­len, die Bie­nen auf Hanf flie­gen lässt.

Für uns Men­schen heißt das, wir müs­sen mehr Hanf an­bau­en, wenn wir der Na­tur hel­fen wol­len. In Ab­wand­lung ei­nes al­ten Kif­fer-spruchs könn­te man al­so sa­gen: Am Mor­gen ei­nen Jo­int, und die Bie­ne ist dein Freund. Wo­bei der bes­se­re Weg na­tür­lich wä­re, Hanf zu Klei­dung oder zu Ma­trat­zen zu ver­ar­bei­ten. So ret­tet der Mensch die In­sek­ten und be­hält da­bei auch noch ei­nen kla­ren Kopf.

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