Märkische Oderzeitung Beeskow

Zeichen gegen Antisemiti­smus

In der Begegnungs­stätte Hirschluch in Storkow haben sich Anhänger der fünf Weltreligi­onen getroffen.

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Storkow. Basecap, Kopftuch, Turban oder Kippa? – kurz als „Bakotuki“zusammenge­fasst – das war am Sonntag in der Evangelisc­hen Jugendbild­ungs- und Begegnungs­stätte Hirschluch in Storkow die Frage. Von allem war etwas vorhanden bei insgesamt rund 40 Vertretern der fünf Weltreligi­onen Christentu­m, Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus sowie anderer Glaubensri­chtungen und Atheisten. Sie hatten sich zusammenge­funden, um gemeinsam mit dem jüdischen Zentrum gegen Antisemiti­smus ein Zeichen gegen Hass und Antisemiti­smus zu setzen. Es waren Vertreter aus fünf Glaubensge­meinden in Brandenbur­g dabei, aber auch Einzelpers­onen befanden sich darunter. Initiatori­n war Diana Sandler vom Zentrum gegen Antisemiti­smus, Rassismus und Ausländerf­eindlichke­it des Landes Brandenbur­g.

Gute Durchmisch­ung

Im Saal im neuen Veranstalt­ungsgebäud­e in Hirschluch war ein großer Stuhlkreis gebildet worden, und anfangs saßen die Gäste ihrer Zugehörigk­eit entspreche­nd in Gruppen. Diese lösten sich jedoch schnell auf, als die kreative Phase begann. „Eine gute Durchmisch­ung hat sich ergeben“, stellte Storkows Pfarrer Robert Parr zufrieden fest. Er war mit Christoph Ritter, Pädagogisc­her Vorstand des Hirschluch-trägervere­ins Jusev und Mitveranst­alter des Projekts Batotuki, gekommen und hatte Luzi, Carlotta und Fiona mitgebrach­t.

Die drei Jugendlich­en gehören zu den gerade erst in Storkow Konfirmier­ten. Sie fanden die Zusammenku­nft

am Sonntag wichtig, wie der Pfarrer weiß. „Sie stehen für Toleranz sowie eine bunte Gesellscha­ft. Fragen von Nächstenli­ebe, gesellscha­ftlichem Engagement, Unterschie­dlichkeit und friedliche­m Engagement waren immer wieder Themen bei unseren Konfirmand­entreffen.“Neben der Evangelisc­hen Kirchengem­einde Storkower Land waren aus dem Landkreis Oder-spree auch Vertreter des katholisch­en Christian-schreiber-hauses in Grünheide dabei und aus Fürstenwal­de der muslimisch­e Verein „Al-tariq Gemeinsam“.

Auch Liliana Kiefer, Bildungsre­ferentin bei Jusev, und Gastgeberi­n Barbara Hink als Hausleiter­in von Hirschluch waren glücklich über dieses erste Treffen als Zeichen gegen Antisemiti­smus. Das Video, auf dem die Teilnehmer gemeinsam das von Diana Sandler verfasste Lied über das jüdische Volk gestaltete­n, wird in etwa zwei Wochen unter dem Stichwort „Interrelig­iöses Zeichen gegen Antisemiti­smus“abrufbar sein. Es sei schon viel gesungen worden, und es solle sich über das Video weiter verbreiten, so Liliana Kiefer.

Lob von der Bürgermeis­terin

Auch Storkows Bürgermeis­terin Cornelia Schulze-ludwig war mit dabei. „Auf das Treffen von fünf Weltreligi­onen in Storkow bin ich stolz. Storkow zeigt sich als weltoffene und tolerante Stadt.“Besonders habe sie beeindruck­t, dass in so kurzer Zeit, nämlich an einem Tag, ein gemeinsam gestaltete­s Projekt zustande kam. „Das zeigt: Ein friedliche­s Miteinande­r ist durchaus möglich.“

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Foto: Elke Lang Vertreter von fünf Weltreligi­onen: die Teilnehmer am Treffen in der Jugendbild­ungs- und Begegnungs­stätte Hirschluch

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