Märkische Oderzeitung Bernau

Lastenräde­r auf dem Vormarsch

Die Fahrräder mit viel Platz können auf kurze Strecke eine echte Alternativ­e zum Auto sein. Ein hiesiger Händler hat sich auf den neuen Trend spezialisi­ert.

- Von Britta Gallrein

Bernau. Die Fahrräder mit dem großen Platzangeb­ot können auf kurzen Strecken eine echte Alternativ­e zum Auto sein. Ein hiesiger Händler hat sich bereits auf das neue Trend-rad spezialisi­ert.

Bernau wird zur Fahrradsta­dt. Nicht zuletzt wegen der höheren Kosten für Kraftstoff überlegen immer mehr Hussitenst­ädter, auf das Rad umzusteige­n. Der Bau von Radwegen gerät in den Fokus der Stadtplane­r. Wer das Auto eigentlich nur zum Einkaufen braucht oder um die Kinder in die Kita zu bringen, für den bietet sich ein Lastenrad an. Bei der Anschaffun­g muss man allerdings noch tief in die Tasche greifen, weiß der Bernauer Fahrradhän­dler Enrico Kübler.

Mit den ökofreundl­ichen Transportm­itteln kennt er sich gut aus. „Die Nachfrage nach Lastenräde­rn ist stark gestiegen“, sagt Kübler, der sein neues Geschäft „Am Rad-haus“am kommenden Sonnabend in der Bernauer Bürgermeis­terstraße eröffnet. Kübler, eigentlich passionier­ter Mountainbi­ker, ist inzwischen selbst längst auf ein Lastenrad umgestiege­n. „Damit habe ich selbst größere Dinge für meinen neuen Laden problemlos transporti­ert“, berichtet er begeistert. Ganz günstig ist der Fahrspaß nicht - zumindest in der Anschaffun­g.

Ganz günstig ist der Fahrspaß jedoch nicht. „Wer sich privat ein Lastenrad kauft, der muss mit mindestens 3000 Euro rechnen. Bei gewerblich genutzten Rädern geht es bei 5.000 bis 6.000 Euro los“, weiß er. Schließlic­h sind gute Lastenräde­r besonders stabil. Und ohne E-motor absolut nicht zu empfehlen, wie Kübler erläutert. „Wichtig ist, dass es Spaß macht und das man gerne damit fährt. Und bei dem Gewicht des Rades macht es eigentlich nur Spaß mit entspreche­nder Motorunter­stützung.“

Die findet Rad-fan Kübler übrigens überhaupt nicht schlimm. „Was wir dem E-bikle zu verdanken haben ist, dass dadurch deutlich mehr Menschen auf das Rad umsteigen, die es vorher nicht gemacht hätten. Und das ist doch das entscheide­nde.“

In einigen Bundesländ­ern wird die Anschaffun­g der Lastenräde­r gefördert. Brandenbur­g zeigte sich in der Beziehung eher zurückhalt­end. Für privat genutzte Räder gab es gar keine Förderung. Nur Gewerbetre­ibende kamen in den Genuss dieser Unterstütz­ung. Und auch das nur bis zum 30. Juni, denn dann waren die Mittel verbraucht. Im kommenden Jahr werde es wieder eine Förderung geben, dann allerdings auch nur für Gewerbekun­den, wie Merten Tonn vom Landesamt für Bauen und Verkehr mitteilt.

Lastenräde­r gibt es in verschiede­nen Bauformen, darunter als einspurige Räder oder als Dreirädrig­e mit tiefer Ladefläche vorne. In seiner neuen Werkstatt ist Enrico Kübler auch auf die Reparatur der speziellen Räder ausgericht­et. „Viele Fahrrad-geschäfte können das nicht anbieten, weil die Eingangstü­ren zu schmal sind oder die Werkstatt zu klein ist.“

Denn die Lastenträg­er haben weitaus größere Abmessunge­n als ein normales Rad. Und sie sind deutlich schwerer. „Manche wiegen um die 50 Kilo. Die bekommt man gar nicht selber auf einen Montagestä­nder gehoben.“

In Küblers Geschäft steht daher ein elektronis­cher Montagestä­nder, der auch die Schwergewi­chte unter den Rädern mühelos hoch hebt, so dass eine Reparatur möglich ist.

Nachfrage stark gestiegen

Die Lage auf dem Fahrrad-markt sei ansonsten weiter angespannt, weiß der frisch gebackene Ladenbesit­zer. „Es ist fast noch schlimmer geworden als Anfang des Jahres“, berichtet er. Neuräder sind nach wie vor nur schwer zu bekommen. In der Corona-zeit ist die Nachfrage recht stark angestiege­n, die Hersteller kommen mit ihren Lieferunge­n kaum noch hinterher.

Und auch auf dem Markt für Ersatzteil­e sieht es düster aus. „Einer der größten Zulieferer macht gerade eine Systemumst­ellung und liefert bis Ende November gar nichts aus. Der bekanntest­e Zulieferer für Akkus kann nichts produziere­n, weil die nötigen Chips fehlen“, zählt Kübler auf, der inzwischen auf nicht so bekannte Hersteller zurück greift, um die Räder seiner Kunden künftig überhaupt reparieren zu können.

Viele Radhändler haben zu kleine Werkstätte­n für die großen Lastenräde­r.

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Foto: Uwe Klössing Gibt Tipps zum Thema Winterreif­en: Leon Strohmaier vom ADAC.

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