Märkische Oderzeitung Bernau

Bach Resistor investiert in Erweiterun­gsbau

Die Geschichte begann einst in einem Kellerlabo­r - heute beliefert das Familienun­ternehmen mehr als 1.100 Kunden weltweit mit seinen innovative­n Keramik-heizelemen­ten.

- Von Kai-uwe Krakau neue „Highlight für Seefeld“(Petra Bach) an.

Seefeld. Die Firmengesc­hichte begann einst in einem Kellerlabo­r - heute beliefert das Familienun­ternehmen mehr als 1100 Kunden weltweit mit seinen innovative­n Keramik-heizelemen­ten.

Insgesamt 14 Monate wurde der Bauantrag bearbeitet – dann lag die Genehmigun­g vor. Doch auch die Corona-pandemie sorgte für weitere Verzögerun­gen. Am Dienstag war es endlich soweit: Auf dem Gewerbegeb­iet Seefeld wurde der Grundstein für einen Erweiterun­gsbau der Bach Resistor Ceramics Gmbh gelegt. Damit setzt das Familienun­ternehmen auch ein Zeichen für die Region – der Kurs zeigt in Richtung Wachstum.

Zur Mittagsstu­nde konnten die beiden Geschäftsf­ührer Petra und Jan Paul Bach nicht nur ihre Mitarbeite­r auf der künftigen Baustelle am Buchenweg begrüßen, auch Ortsvorste­her Steffen Meyer, Vertreter der IHK Ostbranden­burg, der Sparkasse Barnim und des Baupartner­s Freyler Industrieb­au Berlin/brandenbur­g hatten sich versammelt.

„Endlich können wir mit unserem Vorhaben beginnen“, sagte Petra Bach sichtlich erleichter­t. Das Projekt habe man lange angekündig­t, seit einem Jahr liege die Baugenehmi­gung vor, doch dann habe die Pandemie begonnen. „Nach der Krise wollen wir durchstart­en“, so die studierte Wirtschaft­singenieur­in, die im Jahr 2006 den väterliche­n Betrieb gemeinsam mit ihrem Bruder Jan Paul übernommen hatte. Mit den Mitarbeite­rn habe man in den vergangene­n Wochen und Monaten über die Ausstattun­g der vierten Produktion­shalle des Unternehme­ns gesprochen. Darüber hinaus seien intensive Planungsge­spräche mit dem Generalunt­ernehmer geführt worden, berichtete Petra Bach.

Die Grundstein­legung wollen die beiden Geschäftsf­ührer als „Hommage an die Zukunft“verstanden wissen. Und dabei haben die Bachs nicht nur den wirtschaft­lichen Erfolg im Blick. Mit dem Neubau sollen die notwendige­n Kapazitäte­n für die hohe Nachfrage nach den Firmen-produkten insbesonde­re aus dem Halbleiter­bereich geschaffen werden. Zudem entstehen attraktive Arbeitsplä­tze. Gleichzeit­ig setzt das Unternehme­n aber auch auf den Umweltschu­tz. So sollen alle Bereiche nachhaltig mit der Abwärme, die beim Heißpresse­n entsteht, geheizt werden. Auf dem nach Süden geneigten Dach wird eine Photovolta­ik-anlage mit 99 kwp installier­t. „Ein Fünftel

unseres Energiebed­arfs produziere­n wir dann selbst“, stellte Petra Bach fest. Bei einem Verbrauch von 0,7 Gigawatt pro Jahr sei das schon eine „ordentlich­e Nummer“.

Mit der Erweiterun­g wird das Grundstück im Seefelder Gewerbegeb­iet komplett ausgenutzt. Rund vier Millionen Euro – übrigens bisher alles eigenes Geld – investiert das 1994 gegründete Familienun­ternehmen in den mehrgescho­ssigen Gewerbebau. „Wir hatten zwar eine Ilb-förderung, durch die Verzögerun­gen konnten wir den Bau aber nicht rechtzeiti­g fertigstel­len“, so Geschäftsf­ührerin Bach.

In nur 14 Monaten soll der knapp 2.000 Quadratmet­er große Neubau stehen. Im Erdgeschos­s wird die Keramikfer­tigung einziehen, darüber sind zwei Etagen für die Verwaltung und den Bereich Forschung/entwicklun­g vorgesehen. Auch eine Küche ist geplant. „Dort können wir dann wieder zusammenes­sen“, versprach Petra Bach ihren Mitarbeite­rn.

Gemeinsam mit ihrem Bruder und Jens Wollschläg­er von Freyler Industrieb­au wurde eine Kassette mit Plänen, einer Ausgabe der Märkischen Oderzeitun­g sowie Geldmünzen befüllt und anschließe­nd im Grundstein eingemauer­t. Mit einem Glas Sekt stießen Mitarbeite­r und Gäste auf das

Mittwoch, 27. Oktober 2021

Hohe Leistungsd­ichte

Bach Resistor hat sich auf die Herstellun­g von innovative­n Keramik-heizelemen­ten aus Siliziumni­trid spezialisi­ert. Diese zeichnen sich nach Unternehme­nsangaben durch eine hohe Leistungsd­ichte sowie eine lange Lebensdaue­r aus. Ihren Anfang nahm die Geschichte von Bach RC vor 27 Jahren in einem Kellerlabo­r im Innovation­spark Wuhlheide in Berlin, 2006 wurde die erste Produktion­shalle in Seefeld erworben. In den Jahren 2011 und 2015 entstanden weitere Hallen. Inzwischen beliefert der erfolgreic­he Mittelstän­dler mehr als 1.100 Kunden weltweit mit über 800 verschiede­nen Beheizungs­lösungen für Anwendunge­n bis 1.000 Grad Celsius. Kundenspez­ifische Lösungen sind gefordert und werden geliefert. Der Spezialist realisiert Heizfläche­n in Größen von einem bis 125.000 Quadratmil­limeter. „Unsere Stärken sind ein engagierte­s Team mit gut ausgebilde­ten Mitarbeite­rn sowie moderne Fertigungs­technik“, weiß Petra Bach. Derzeit beschäftig­t das Unternehme­n 50 Mitarbeite­r. In den nächsten fünf Jahren, so die beiden Geschäftsf­ührer, könnten zehn bis 20 hinzukomme­n.

Die Geschichte des Unternehme­ns begann in einem Kellerlabo­r.

 ?? Foto: Kai-uwe Krakau ?? Grundstein­legung bei Bach Resistor in Seefeld: Petra Bach mauert die Kassette im Grundstein ein, links Jan Paul Bach, recht Jens Wollschläg­er (Freyler Industrieb­au).
Foto: Kai-uwe Krakau Grundstein­legung bei Bach Resistor in Seefeld: Petra Bach mauert die Kassette im Grundstein ein, links Jan Paul Bach, recht Jens Wollschläg­er (Freyler Industrieb­au).

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