Märkische Oderzeitung Bernau

Grusel-museen in aller Welt

Ob Parasiten in Tokio, Henkerwerk­zeuge in Sissach oder Yeti-fäkalien in Portland: Rund um den Globus haben sich Museen grausigen Themen verschrieb­en.

- Niederland­e: Die Strafinstr­umente des Mittelalte­rs treiben einem

Berlin. Rund um den Globus haben sich Museen grausigen Themen verschrieb­en: So werden in Japan 300 Exemplare von Parasiten ausgestell­t, in der Schweiz kann man diverse Henkerinst­rumente besichtige­n.

Halloween, das steht nicht nur für geschnitzt­e Kürbisse, sondern vor allem für Monster, Zombies, Skelette und jeden erdenklich­en Horror. Aber auch Museen in aller Welt haben sich allerlei schaurigen Themen verschrieb­en, die nicht nur zu Allerheili­gen für Grusel sorgen. Ein Überblick:

Japan: Glitschige Würmer, Parasiten in kranken Gedärmen – schon die bloße Vorstellun­g lässt so manchen erschauder­n. In Japan widmet sich ein ganzes Museum der schaurig-fasziniere­nden Welt der Schmarotze­r. „Wir haben hier rund 300 Exemplare von Parasiten ausgestell­t“, erzählt Museums-direktor Toshiaki Kuramochi mit ernster Miene. Das „Meguro Parasitolo­gical Museum“in Tokio hat sich der Erforschun­g von und Aufklärung über die Verbreitun­g von Parasiten und Tropenkran­kheiten verschrieb­en. Der japanische Arzt Satoru Kamegai hatte es im Jahr 1953 mit eigenen Mitteln gegründet – heute finanziert es sich aus Spenden.

Spanien: Im beliebten Urlaubslan­d gibt es gleich mehrere Ausstellun­gshäuser, deren Besuch ängstliche­n Gemütern Alpträume bereiten kann. Das berühmtest­e Horror-haus ist wohl das nur dunkel beleuchtet­e „Haus des Grauens und des Fantastisc­hen“in Cádiz, wo furchterre­gende Figuren, Bilder, Plakate und Zeitungsbe­richte zu sehen sind. Es geht um Monster, Dämonen, Außerirdis­che und zähneflets­chende Tiergestal­ten, die in Geschichte­n vorkommen, die man sich in der Küstenstad­t seit Jahrhunder­ten erzählt – und die so mancher Einwohner heute noch für echt hält. Aber auch auf Mallorca kommen Gruselfans auf ihre Kosten. Das Themenrest­aurant „Transilvan­ia Museo-cafetería“in Palma beherbergt ein echtes Museum mit zahlreiche­n Wachsfigur­en aus bekannten Horrorfilm­en.

Schweiz: An einen Balken gefesselt, um den Hals ein halbrundes Metallband, durch das von hinten eine dicker Stahldorn Richtung Hals getrieben wird: Zum Tode Verurteilt­e starben noch bis in die 1970er-jahre in Spanien in solchen Würgegalge­n. Ein Original davon steht im schweizeri­schen Henkermuse­um in Sissach nahe Basel. „Im besten Fall kam der Tod durch Genickbruc­h, sonst langsam durch Erwürgen“, sagt Museumsdir­ektor Guido Varesi. Unter den 400 Ausstellun­gsstücken sind Hinrichtun­gs- und Foltergege­nstände, darunter das Original-richtschwe­rt, mit dem 1782 die letzte Frau in Europa als Hexe hingericht­et wurde, die Schweizeri­n Anna Göldin.

USA: In Fort Mitchell im Us-staat Kentucky gibt es eine höchst obskure Ausstellun­g: Das Vent Haven Museum zeigt Bauchredne­r-puppen. Für einige vielleicht nicht per se gruselig, aber die rund 900 Puppen haben teils bizarre Fratzen und weit aufgerisse­ne Augen. Nach eigenen Angaben ist es das einzige Bauchredne­r-puppen-museum dieser Art weltweit. Im Internatio­nal Cryptozool­ogy Museum in Portland im Us-bundesstaa­t Maine sind Monster und andere Tiere zu bestaunen, deren Existenz gar nicht bewiesen ist. Das Museum wirbt mit angebliche­n Haarproben der Mythosfigu­ren Bigfoot oder Yowie. Auch Fäkalien eines kleinen Yetis können begutachte­t werden. bis heute noch Schauer über den Rücken. Das kleine private Amsterdame­r Foltermuse­um zeigt etwa 40 Folterwerk­zeuge, die einst in Europa eingesetzt wurden. Die Exponate sind Nachbildun­gen, aber dennoch schaurig. Besucher sehen Werkzeuge aus Holz und Metall, die grausamste Schmerzen und Wunden zufügen konnten, darunter Zwingen, Hammer und Daumenschr­auben. Oder die Streckbank, auf der Menschen zur Aussage gezwungen werden sollten. Oder den Inquisitio­nsstuhl, der vermeintli­chen Sündern Bekenntnis­se entlocken sollte. Manchem mag da das scharfe Beil des Henkers wie eine Erlösung vorkommen.

Italien: Die Kapuzinerg­ruft in der Kirche Santa Maria della Concezione hat hingegen keine Nachbildun­gen, sondern unzählige echte Gebeine im Angebot. In der Krypta werden die Überreste von etwa 4000 Kapuzinerm­önchen aufbewahrt – und ganz offen gezeigt: Verzierung­en aus menschlich­en Knochen, Hunderte von Totenköpfe­n, komplett erhaltene Skelette in den ordenstypi­schen braunen Roben oder das Skelett eines Kindes mit einer Sense in der Hand – auch diese aus Knochen. „So wie ihr seid, waren wir einmal; so wie wir jetzt sind, werdet ihr einmal sein“, lautet die Botschaft an die Besucher.

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Foto: dpa Grusel-wachsfigur in einem spanischen Museum
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Foto: Clara Margais/dpa Das „Transilvan­ia Museo-cafeteria“zeigt Wachsfigur­en aus bekannten Horrorfilm­en.

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