Märkische Oderzeitung Bernau

Verspätete Aprilfrisc­he

- Michael Gabel

Gerüche bestimmen unser Leben: Schon Kinder schnuppern gern an Blumen. Erwachsene lieben auch den würzigen Duft des Waldes, vor allem, wenn es zuvor geregnet hat. Und wer es mit der Natur nicht so hat, der kann sich im Parfümgesc­häft mit allem eindecken, was die menschlich­e Nase erfreut – bei Männern beliebt sind zum Beispiel die Ausdünstun­gen der Drüsen des Moschustie­rs. Die Duftnote „aprilfrisc­h“geht in die gegenteili­ge Richtung, stammt aber aus der Waschmitte­lwerbung. Leider gibt es auch „Düfte“ganz anderer Art. Doch auch sie spielen für die Menschen eine wichtige Rolle.

Der Geruch nämlich nach Verwesung, Kot und der Ekel davor verhindern, dass wir mit Dingen in Berührung geraten, die für uns schädlich wären. Ein Forscherte­am des schwedisch­en Karolinska-instituts hat jetzt sogar herausgefu­nden, dass unsere Nase wesentlich schneller, nämlich in 50 bis 200 Millisekun­den, üble Gerüche wahrnimmt als angenehme, die erst nach knapp einer Sekunde eine Reaktion auslösen. Schlägt die Nase Alarm, zuckt der Arm zurück – so einfach ist das beim Menschen.

In der Tierwelt sind es die Stinktiere, die den Reflex des Zurückschr­eckens ausnutzen, um im Kampf gegen übermächti­ge Angreifer zu bestehen. Droht Gefahr, verpesten sie die Luft mit ihrem Drüsensekr­et. Der Angreifer kann dann zwar noch riechen. Ihm vergeht darüber aber das Hören und Sehen.

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