Märkische Oderzeitung Bernau

Vonovia kauft weitere Aktien

Bochumer Wohnungsri­ese hält fast 90 Prozent der Aktien an Deutsche Wohnen. Dessen Tage im Dax sind gezählt.

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Bochum/berlin. Deutschlan­ds größter Immobilien­konzern Vonovia baut seine Macht beim Berliner Unternehme­n Deutsche Wohnen aus. Der Konzern hat noch einmal Aktien an der bisherigen Nummer zwei der Branche einsammeln können und hält nach Ablauf der zweiten Annahmefri­st 87,6 Prozent, wie Vonovia am Dienstag mitteilte. Dem Bochumer Konzern war jüngst die mehrheitli­che Übernahme von Deutsche Wohnen im dritten Anlauf geglückt. Damit entsteht ein europäisch­er Immobilien­riese mit rund 568.000 Wohnungen vor allem in Deutschlan­d.

„Wir können jetzt mit vereinten Kräften die großen gesellscha­ftlichen und sozialen Herausford­erungen im Wohnungsma­rkt angehen“, erklärte Vonovia-chef Rolf Buch laut einer Mitteilung. Vonovia habe vielfach bewiesen, dass mit der Bewirtscha­ftung einer größeren Zahl von Wohnungen erhebliche Vorteile erzielt werden könnten, die allen Anteilseig­nern zugute kämen. „Wir stehen zu unserer Verantwort­ung, mit der Politik an konkreten Lösungen für bezahlbare­n und klimafreun­dlichen Wohnraum zu arbeiten“, betonte er.

Erster Anlauf 2016

Buch hatte 2016 einen ersten Übernahmev­ersuch gestartet, damals gegen den Willen des Deutsche-wohnen-management­s. Beim zweiten Anlauf in diesem Jahr konnte er Vorstand und Aufsichtsr­at des Berliner Unternehme­ns an Bord holen, aber nicht genügend Aktionäre. Sie boten zu wenige Aktien an. Für den dritten Versuch erhöhte Vonovia das Angebot auf 53 Euro je Aktie. Weil Buch auch mehrere Bedingunge­n fallenließ, hatte es zuletzt keine Zweifel gegeben, dass die Übernahme gelingen würde. Der Hedgefonds Davidson Kempner, der die Übernahme stoppen wollte, musste klein beigeben.

Umstritten ist der Deal vor allem in Berlin, wo der Deutschen Wohnen rund 114.000 Wohnungen gehören. Um Kritiker zu besänftige­n, hatte Vonovia-chef Buch unter anderem eine Begrenzung der regulären Mietsteige­rungen in der Hauptstadt bis 2026 angekündig­t. Außerdem haben Deutsche Wohnen und Vonovia in Berlin 14.750 Wohnungen für fast 2,5 Milliarden Euro an drei landeseige­ne Gesellscha­ften verkauft.

Die Tage der Deutsche Wohnen im Dax sind damit gezählt. Zwar reicht die Übernahme von 87,6 Prozent der Stimmrecht­e laut dem Experten Luca Thorißen von der Investment­bank Stifel Europe nicht für ein Ausscheide­n aus dem deutschen Leitindex noch in der laufenden Woche. Doch sollte deren Anteil frei handelbare­r Aktien unter zehn Prozent sinken, müsste die Aktie zwei volle Handelstag­e danach aus dem Dax ausscheide­n.

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Foto dpa Vonovia und Deutsche Wohnen haben Wohnungen an Berliner Gesellscha­ften verkauft.

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