Märkische Oderzeitung Bernau

Gestaltung sorgt für Unmut

Am Sportplatz in Schönow ist ein neuer Bouleplatz entstanden. Nun häufen sich die Beschwerde­n über abgesägte Bäume und verwildert­e Flächen. Von

- Conradin Walenciak

Er sollte eigentlich eine neue Freizeitmö­glichkeit für alle Bernauerin­nen und Bernauer werden. Das ist er zwar auch, doch jetzt häufen sich die Beschwerde­n zum Bouleplatz am Sportplatz in der Schönerlin­der Straße im Bernauer Ortsteil Schönow. Ende August wurde die Anlage fertiggest­ellt, finanziert aus dem Bürgerhaus­halt 2020. Die Stadt Bernau hatte dafür 10.000 Euro ausgegeben.

Inzwischen macht sich Ernüchteru­ng breit, was diese Investitio­n betrifft. So wandte sich eine Anwohnerin an die MOZ und schilderte ihren Eindruck. „Diesen Bouleplatz braucht kein Mensch, vermisst wurde er bisher auch nicht“, meint sie. „Wer denkt sich so etwas aus? So werden Steuergeld­er verschwend­et, die man doch hätte besser einsetzen können“, ist ihre Meinung.

Dazu befragt, macht Schönows Ortsvorste­her Sven Grosche noch einmal deutlich, dass es sich bei dem Platz um ein Vorhaben aus dem Bürgerhaus­halt handelte. Der Vorschlag sei demnach direkt aus der Bevölkerun­g gekommen und von dieser auch gewählt worden. „Mir gefällt die Anlage“, sagt er außerdem. Man könne nicht überall große Parkanlage­n realisiere­n, manchmal müsse man sich auch über kleinere Dinge freuen. „Genau die sind es dann, die einen Ort lebenswert machen.“

Menschen, die den Bouleplatz genutzt hätten, konnte Grosche bislang aber auch noch nicht beobachten, gibt er zu. „Allerdings waren Abdrücke von Boulekugel­n im Belag zu sehen. Von daher muss die Anlage schon bespielt worden sein.“Dennoch glaube auch er, dass man mehr darauf aufmerksam machen sollte, dass sich an dieser Stelle eine Bouleanlag­e befindet. „Vielleicht müssen wir dort eine Veranstalt­ung organisier­en. Oder ein Bouleturni­er“, schlägt er vor.

Nicht nur der Platz an sich ist der Anwohnerin ein Dorn im Auge, sondern auch dessen Begleitums­tände. Im Besonderen geht es dabei um die Abholzung eines Rotdorns, der lange Zeit auf der Fläche stand, nun allerdings gefällt wurde. „Der wurde einfach abgesägt“, so die Bernauerin. „Und das sogar ziemlich stümperhaf­t.“Auf ihre Nachfrage, warum der Baum weichen musste, habe sie die Antwort erhalten, dass von dem Rotdorn Gefahr für Leib und Leben ausginge, weil sich darunter eine Sitzgarnit­ur befinde. „Aber die ist doch transporta­bel“, wundert sich die Anwohnerin. „Die kann genauso gut an einer anderen Stelle auf diesem Stück Rasenplatz stehen.“

Ersatzpfla­nzung bereits erfolgt

Ortsvorste­her Sven Grosche sagt dazu, dass die Fällung nicht direkt etwas mit der Sitzgarnit­ur zu tun hatte. „Ich habe mich bei der Stadt erkundigt. Diese teilte mir mit, dass der Baum geschädigt gewesen sei und deshalb abgeholzt werden musste.“Außerdem habe es bereits eine Ersatzpfla­nzung auf dem Gelände gegeben. „Es folgen noch weitere Verschöner­ungen des Dreiecks an der Schul-, Goethe- und Schönerlin­der Straße“, so Grosche. Kleinere Sträucher sollen die Attraktivi­tät der bisherigen Brachfläch­e weiter erhöhen.

„Bald wird man nichts mehr von dem Platz erkennen können, weil alles wieder verwildert und zugewachse­n ist“, hält die Anwohnerin dagegen. „Mit dem Pflegen der Grünfläche­n hat man es nicht so in Schönow.“Auch wenn Ortsvorste­her Sven Grosche so einen Vorwurf natürlich nicht gerne hört, kann er ihn nachvollzi­ehen.

Der Vorschlag kam direkt aus der Bevölkerun­g.

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Foto: privat Wurde entfernt: Mitte September wurde am neuen Bouleplatz in der Schönerlin­der Straße in Schönow der Rotdorn gefällt.

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