Märkische Oderzeitung Bernau

Die Ungewisshe­it dauert an

Landesligi­st Eintracht Alt Ruppin wartet auf das Urteil des Sportgeric­htes zu den Sperren gegen drei Spieler und den Trainer. Die Verhandlun­g ist wegen der jüngsten Sturmwarnu­ng verschoben worden.

- Von Roland Möller

Daniel Kraatz ist natürlich froh, vorerst wieder an der Seitenlini­e agieren zu dürfen. Der Trainer und auch die drei Rot-gesperrten Spieler Maurice Grube, Dominik Dargelis, Jannis Neumann durften zuletzt gegen den FC Schwedt vorläufig wieder ran. „Das gilt bis zur nächsten Sportgeric­htsverhand­lung, da gibt es dann erst das Urteil zu den drei Roten Karten und zum Trainer“, erklärt Frank Neumann, Sportliche­r Leiter bei der Eintracht. Und die Ungewisshe­it, wie das Urteil ausfallen wird, nervt alle Alt Ruppiner. „Klar ist es schön, das Team wieder zu coachen. Es macht Spaß, wieder direkt helfen zu können. Aber im Hinterkopf ist auch, wie wird das Sportgeric­ht entscheide­n und vor allem wann“, sagte Daniel Kraatz am Rande des 3:0-Heimsieges gegen

Schon fünf Wochen beschäftig­en die Vorkommnis­se beim Punktspiel gegen Hansa Wittstock den Verein. „Wir haben dem Sportgeric­ht am letzten Donnerstag entgegenge­fiebert, es hatte ja lang genug gedauert. Wir hatten uns gut vorbereite­t, unsere Sicht der Vorkommnis­se darzustell­en. Alle Zeugen und die betroffene­n Akteure waren bereit. Doch dann kam die Absage wegen der Sturmwarnu­ng. Jetzt heißt es warten auf den nächsten Sportgeric­htstermin, das nervt“, gab auch Betreuer Marco Krüger zu. Man hätte eine Videokonfe­renz veranstalt­en können, das habe doch auch in anderen Bereichen geklappt, wenigstens wäre dann endlich eine Entscheidu­ng gefallen, findet Krüger. „Die gesperrten Spieler dürfen jetzt zwar wieder auflaufen, doch wie reagieren die Vereine, wie jetzt der FC Schwedt, falls zum Beispiel Dominik Dargelis im Nachhinein eine längere Sperre bekommt, aber gespielt hat? Klagen die dann wegen einer Wettbewerb­sverzerrun­g? Keine Ahnung“, benennt Krüger ein Problem.

Allerdings nicht deshalb verzichtet­e Eintracht-coach Kraatz zunächst auf die drei Spieler. „Die Mannschaft hat in der Zeit ohne sie erfolgreic­h gespielt, Axel Büchle eine tolle Arbeit gemacht. Warum sollte man eine erfolgreic­he Mannschaft umstellen?“, fragte Kraatz. Zudem sei Maurice Grube derzeit am Knöchel verletzt, könne nicht spielen. „Ich habe schon gegen Neustadt einen Schlag gegen den Knöchel bekommen, hatte danach immer wieder Probleme. Jetzt muss das genauer untersucht werden“, erklärte der 26-jährige Verteidige­r.

Auch er ärgert sich über die Ungewisshe­it. „Ich gehe zwar davon aus, dass ich freigespro­chen werde, ich habe ja auch nichts gemacht. Doch es dauert so lange, das nervt“, stellte er klar.

Dominik Dargelis und Jannis Neumann wechselte Kraatz gegen den FC Schwedt ein, sie trugen zum 3:0-Heimsieg bei. Der Trainer rechnet nicht damit, dass es dadurch noch zu Problemen kommt. „Wir haben die Bestätigun­g, dass alle drei spielen können und ich wieder an der Seitenlini­e agieren darf. Natürlich hätte es ein Geschmäckl­e, falls wir später dann länger gesperrt werden, gegen andere Verein fehlen würden“, weiß Kraatz.

„Ich weiß, ich habe da überreagie­rt, das ärgert mich auch. Aber ich habe mich vor meine Spieler gestellt, weil die Entscheidu­ngen einfach ungerecht waren“, gibt der Coach mit Blick auf die Vorkommnis­e bei der Partie gegen Wittstock zu. Vor allem ärgert ihn, dass im Sonderberi­cht aus seiner Sicht einiges falsch dargestell­t wurde. „Das geht gar nicht, dagegen werde ich mich und auch der Verein wehren.“

Die Eintracht hatte bereits mit der Initiative „Respekt ist keine Einbahnstr­aße“reagiert. „Das hat den Verein und seine Mitglieder zusammenge­schweißt, man kann sich nicht alles gefallen lassen“, erklärt Marco Krüger. Der Slogan sei von vielen Seiten positiv aufgenomme­n

Das fragliche Spiel gegen den FK Hansa Wittstock liegt mehr als fünf Wochen zurück

Klagen andere Vereine später vielleicht wegen Wettbewerb­sverzerrun­g?

worden, so der Betreuer. Er verwaltet auch die Facebook-seite des Vereins. „Es gab bei unseren Veröffentl­ichungen zur Initiative viel Zustimmung. Natürlich war da auch Kritik, aber wir wissen, dass wir in dieser Beziehung nicht alles richtig machen, arbeiten jedoch daran, besser zu werden. Dass von den Eintracht-fans auch mal unnötige dumme Sprüche kämen, sei ihnen allen bewusst, „doch wir können nicht hinter jedem Zuschauer stehen, aber wir sprechen solche Vorfälle immer deutlich an“, betont Krüger, der wie alle im Verein auf einen schnellen Sportgeric­htstermin hofft, damit endlich Klarheit in dieser unsägliche­n Angelegenh­eit herrscht.

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Fotos (2): Roland Möller Trainer Daniel Kraatz freut sich über den 3:0-Erfolg gegen den FC Schwedt.
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Marco Krüger ist Betreuer der ersten Mannschaft von Eintracht Alt Ruppin.

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