Märkische Oderzeitung Bernau

Schock nach schwerer Kopfverlet­zung

Das Stadt-derby der 2. Kreisklass­e zwischen dem FSV Lok II und dem Eberswalde­r SC II wird abgebroche­n.

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Eberswalde. Es sind die Momente im Fußball, die niemand braucht. „Man wünscht sich das nicht, aber es passiert nun mal“, sagt Robert Ziemann. Der 34-Jährige war nach einem heftigen Zweikampf in der 25. Minute am Boden liegen geblieben und die Kreisklass­en-partie beim Stand von 5:0 für den Gastgeber abgebroche­n worden.

Dass sich die Reserve des Eberswalde­r SC nicht mehr im Stande sah weiterzusp­ielen, kann Ziemann nachvollzi­ehen. „Wenn das einem Mitspieler passiert wäre, hätte ich das auch nicht gekonnt.“ Denn der Anblick des Zusammenpr­alls müsse sehr heftig gewesen sein. Wenngleich sich der Betroffene selbst an nichts mehr erinnern kann...

Ein Mit- sowie ein Gegenspiel­er seien zum Ball gegangen. Ziemann ebenso. Dann knallte es. „Bis zu dem Moment, als ich am Boden lag, waren die Lichter kurz aus“, sagt Robert Ziemann, der das Verhalten der anderen Fußballer zu schätzen weiß: „Bei Lok haben sofort alle geholfen. Das war schon richtig gut. Mein Teamkolleg­e Stefan Wodrich war als Ersthelfer zur Stelle und konnte, als der Krankenwag­en kam, den Sanitätern sehr viel sagen.“

Nach den ersten Untersuchu­ngen im Eberswalde­r Krankenhau­s konnten schlimmere Verletzung­en ausgeschlo­ssen werden. Dem Esc-spieler war noch am Platz eine Halskrause zur Stabilisie­rung des Kopf- und Nackenbere­iches – „das war sehr unangenehm“– angelegt worden. „Mir war schwindeli­g und schlecht.“

Einige Zeit später gab es dann jedoch Entwarnung. „Ich habe mir eine schwere Gehirnersc­hütterung sowie eine schwere Prellung im Nacken zugezogen“, so Ziemann, der das Krankenhau­s noch am Samstagabe­nd wieder verlassen konnte. Am Montag hatte er aber noch starke Kopfschmer­zen. Wegen der Gehirnersc­hütterung muss der Eberswalde­r mindestens eine Woche mit dem Fußball aussetzen.

Dass es dem Esc-akteur gut geht, haben auch die Verantwort­lichen des FSV Lok Eberswalde mit Erleichter­ung registrier­t. „Wir kennen uns natürlich alle“, sagt Felix Rödl, 1. Vorsitzend­er des Vereins. „Robert hat sich auch schon bei uns gemeldet.“Kontakt aufzunehme­n sei nach solch einer Sache einfach wichtig, erklärt Ziemann, warum er sich im Nachgang des abgebroche­nen Spiels beim Kontrahent­en gemeldet habe. „Natürlich geht diese Partie als kleines Derby durch. Anzurufen gehört aber einfach dazu.“

Und wie geht es mit der abgebroche­nen Partie weiter? Es gibt einen Antrag auf sportgeric­htliche Entscheidu­ng. Ein Abbruch „überschrei­tet unsere Kompetenz im Spielaussc­huss Oberhavel/ Barnim“, sagt Stefan Fleschner, Staffellei­ter der 2. Kreisklass­e Süd.

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