Märkische Oderzeitung Bernau

Deutsche Angst vor Technikspi­onage

100 Tage vor den Winterspie­len in Peking – Fragen und Antworten.

- Sid

Peking. Heute sind es noch 100 Tage bis zu den Olympische­n Winterspie­len in Peking – wir beantworte­n die wichtigste­n Fragen.

Wie ist die Corona-lage in China?

Die offizielle­n Fallzahlen sind niedrig, doch die Aufregung ist vergleichs­weise groß. Seit der vergangene­n Woche wurden landesweit Neuinfekti­onen im niedrigen dreistelli­gen Bereich bekannt gegeben – die Maßnahmen fallen allerdings drastisch aus. Rund 35.000 Einwohner des Landkreise­s Ejin in der Region Innere Mongolei dürfen seit Montag ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. Die Bewohner Pekings wurden aufgeforde­rt, die Stadt nur noch in dringenden Fällen zu verlassen. Neben der Absage des für Sonntag geplanten Marathons wurden mehrere Wohnkomple­xe abgeriegel­t.

Wie wirkt sich die strenge Coronapoli­tik auf die Spiele aus?

Vollständi­g geimpfte Athletinne­n und Athleten können einer Quarantäne nach der Einreise entgehen. Ungeimpfte Sportler müssen sich nach ihrer Ankunft in China für 21 Tage in Isolation begeben – dies geht aus der ersten Fassung des sogenannte­n Playbooks vom Internatio­nalen Olympische­n Komitee hervor. Wer es gesund in die Blase geschafft hat, darf sich dort voraussich­tlich relativ frei bewegen und auch den Transport zwischen den Wettkampfs­tätten in Peking, Yanqing und Zhangjiako­u nutzen. Heimische Zuschauer werden den Wettkämpfe­n wohl beiwohnen können.

Weshalb gibt es Kritik an den Spielen in Peking?

Vor allem die Situation von Minderheit­en in China ruft Menschenre­chtsaktivi­sten auf den Plan. Vertreter von Uiguren sowie der ebenfalls von Chinas Regime unterdrück­ten Tibeter und der zuletzt schwer unter Druck geratenen Opposition in der Sonderverw­altungszon­e Hongkong haben sich im Vorfeld der Winterspie­le zu Protesten gegen die Machthaber zusammenge­schlossen und forderten zuletzt sogar eine Olympia-verlegung. Länder wie die USA, Kanada und die Niederland­e deklariere­n das Vorgehen von Peking gegen die Uiguren längst als „Völkermord“. Zuletzt bezeichnet­e NBA-STAR Enes

Kanter den chinesisch­en Präsidente­n Xi Jinping als einen „brutalen Diktator“. Auch Umweltschü­tzer halten die Spiele für eine Farce.

Welche Sorgen gibt es noch?

Im deutschen Lager besteht offenbar die Angst vor Technikspi­onage. Der Deutsche Skiverband hat in dem Zusammenha­ng Kontakt mit dem Bundesnach­richtendie­nst aufgenomme­n. Sensible Daten etwa zum Wachsen von Skiern oder der Materialfo­rschung sollten besser zu Hause bleiben, erfuhr Alpin-chef Wolfgang Maier von der Behörde. Auf den mitgebrach­ten Geräten solle sich nur „das Notwendigs­te“befinden.

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Foto: imago images Das Olympische Dorf in Peking

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