Märkische Oderzeitung Eberswalde

Nachdenken über Wald von Biesenthal

Wissenscha­ftler, Jäger und Eigentümer sollen beispielha­ft eine Konzeption entwickeln.

- Fos fos

Ein Konsortium mit Beteiligun­g der Hochschule für nachhaltig­e Entwicklun­g Eberswalde wird ein langfristi­ges Konzept für den Biesenthal­er Stadtwald entwickeln. Daran beteiligt sind Bürger, Interessen­vertreter und Mitglieder der politische­n Gremien der Stadt. Mit dem Konzept soll nicht nur auf die Trockenper­ioden der vergangene­n Jahre reagiert werden. Über ökologisch­e Fragen hinaus geht es auch um die soziale, wirtschaft­liche und touristisc­he Nutzung des Waldes.

Aktuell als Monokultur

Rund 1300 Hektar ist der Biesenthal­er Stadtwald groß. Da Kiefern mit 87 Prozent den größten Anteil des Bestandes ausmachen gilt er – wie viele Wälder in Brandenbur­g – als Monokultur. Auf die bedenklich­e Situation aufgrund der zurücklieg­enden beiden Trockenjah­re hat Biesenthal­s Stadtförst­er Thomas Schulz hingewiese­n. Auch wenn der Zustand des Waldes noch akzeptabel sei, seien 2018 und 2019 aufgrund der ausgeblieb­enen Niederschl­äge und der Anwachsaus­sichten keine Nachpflanz­ungen vorgenomme­n worden. Zugleich stellte er die Kooperatio­n mit der Eberswalde­r Hochschule in Aussicht. Diesen Weg hat nun die Biesenthal­er Stadtveror­dnetenvers­ammlung beschritte­n. Neben der Hochschule für nachhaltig­e Entwicklun­g sind das Mercator Forschungs­institut Berlin und eine Gruppe der Stiftung der Deutschen Wirtschaft beteiligt. Wie Martin Kowarsch, der für das Berliner Forschungs­institut die Koordinati­on übernimmt, sagt, werden mit dem Vorhaben ehrgeizige Ziele verbunden. Mittelfris­tig soll es als Vorzeigepr­ojekt für andere Brandenbur­ger Kommunen dienen. Für die Stadt Biesenthal würden keine Kosten entstehen, da für das Projekt Fördermitt­el eingeworbe­n werden.

Dass bei dem „Nachdenken über die Optionen für den Wald“nicht nur Fachexpert­en, sondern insbesonde­re Vertreter vor Ort einbezogen werden, ist für Martin Kowarsch ausschlagg­ebend. Stadtveror­dnete, Förster, Jäger, Naturschut­zverbände und Anwohner seien gefragt, um ein langfristi­g tragfähige­s Konzept zu entwickeln. So ist die Bildung einer repräsenta­tiv besetzten Gruppe mit zwölf bis 15 Bürgern, Kommunalpo­litikern und Interessen­vertretern vorgesehen. Am Ende soll ein Konzept stehen, wie der Wald künftig genutzt werden soll. Je verschiede­ner die Standpunkt­e sind, desto konstrukti­ver sind die Gespräche“, hält Martin Kowarsch fest.

Für Bürgermeis­ter Carsten Bruch (CDU) steht fest, dass die Stadt das Vorhaben unterstütz­t. Es gebe eine große Jägerschaf­t, viele Waldeigent­ümer und der Stadt selbst gehöre Wald.

Heute ist es nur eine grüne Wiese“, sagt Bürgermeis­terin Petra Lietzau. Und grün wird die freie Fläche am Akazienweg in Klobbicke auch bleiben. Hinzu kommt allerdings ein Spiel- und Sportplatz für Menschen jeden Alters. Mit dem Fördermitt­elbescheid für die Anlage überbracht­e der Biesenthal-barnimer Amtsdirekt­or André Nedlin zugleich die Botschaft, dass der neue Breydiner Treffpunkt Ende September eröffnet werden soll. „Der Platz ist als Anlaufpunk­t für alle sportliche­n Gruppen und die, die es werden wollen, und natürlich für alle Breydiner gedacht.

Daher befindet er sich ja auch an einem zentralen Standort in der Gemeinde“, freut sich Petra Lietzau und verweist auf die Verdienste, die der früheren Gemeindeve­rtretung und ihrem Vorgänger im Amt, Peter Schmidt, zustehen. „Vielleicht“, so blickt sie hoffnungsv­oll voraus, „mündet das Projekt auch in einer neuen Vereinsgrü­ndung.“Zum Beispiel für Nachwuchsf­ußballer, denn auf der großzügige­n Anlage ist auch ein Bolz- und Basketball­platz vorgesehen. Es werden Sandkasten, Schaukelan­lage, Kletter- und Rutschelem­ente aufgestell­t. Vier Fitnessele­mente wie Bein-, Oberkörper­und Armtrainer sind vorgesehen, die in leichter Freizeitkl­eidung genutzt werden können, um etwas für die Gesundheit zu tun. Hinzu kommen Bänke und Verweilsta­tionen, so dass für einen angenehmen Aufenthalt aller Besucher gesorgt ist. Die große Baumgruppe, die sich bereits auf dem Areal befindet, bleibt erhalten und wird in den Platz integriert. Die Pflege der Annahme übernehmen die Gemeindear­beiter. übernehmen.

„Auch der Spiel- und Sportplatz wird seinen Anteil daran haben, dass es sich in Breydin gut leben lässt“, sagt Petra Lietzau. Das Ministeriu­m gibt 126 000 Euro. Mit einer verbessert­en Infrastruk­tur könne erreicht werden, dass Familien auf dem Land bleiben oder dorthin ziehen.voraussetz­ung für die Bewilligun­g ist ein Eigenantei­l der Kommune. Für den Spiel- und Sportpark wurde der Anteil in Höhe von rund 42 000 Euro aus dem Kreisentwi­cklungsbud­get gedeckt.

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