Märkische Oderzeitung Eberswalde

Fortuna Glienicke will erneut oben angreifen

Der Landesligi­st gibt sich zurückhalt­ender als in den Vorjahren. Und es schmerzt, dass Preussen Eberswalde einen Spieler zurückholt.

- Von Steffen Kretschmer

Glienicke. Mit einem in Teilen veränderte­n Kader will der Landesligi­st in der Staffel Nord das Niveau mitbestimm­en. Einen Transfer-coup wird es in diesem Jahr aber vermutlich nicht geben.

Am Montag ist Fortuna Glienicke offiziell in die Vorbereitu­ng auf die neue Saison in der Landesliga gestartet – mit einem in Teilen veränderte­r Kader. Und einmal mehr soll es gelingen, mit diesem Aufgebot das Niveau in der Staffel Nord mitzubesti­mmen. Das erhofft sich zumindest Teammanage­r Roland Kerst, der zwar auf Abgänge reagieren muss, jedoch „keinen großen Umbruch“erwartet. „Es ist diesmal wohl kein Knaller in Sicht.“

Negative Erfahrunge­n bremsen

In den vergangene­n Jahren hatten die Glienicker immer wieder aufhorchen lassen, als Spieler mit reichlich Erfahrung aus höheren Ligen von anderen Vereinen losgeeist werden konnten. Diesmal werde im Transferfe­nster solide gearbeitet, sagt Kerst. Warum der Verein diesmal deutlich defensiver beim Thema Neuzugänge agiert, liegt an den Erfahrunge­n aus den jüngeren Spielzeite­n. „Das negative Erlebte aus den beiden abgebroche­nen Saisons ist noch in den Köpfen. Aus diesem Grund warten wir erst einmal auf einen stabilen Spielbetri­eb.“

Dass einige Vereine aus der Landesliga eine andere Herangehen­sweise bevorzugen und sich qualitativ deutlich verstärken, ist auch am Glienicker Teammanage­r nicht vorbeigega­ngen. Schweißaus­brüche und Angstzustä­nde, vielleicht den Anschluss zu verlieren, löst das bei ihm aber nicht aus. Die Nordstaffe­l sei deshalb 2021/22 eher wie eine Wundertüte. „Wir wollen trotzdem oben mitspielen.“

Als einziger Neuzugang steht bisher Fabian Schulze fest – ein Rückkehrer. Der 24-Jährige war erst im Sommer 2020 vom BSC zum FSV Forst Borgsdorf in die Landesklas­se gewechselt. Diese Verpflicht­ung untermauer­t die Arbeit von Roland Kerst, diesmal wohl keine Experiment­e wagen zu wollen.

Der Weggang von Amuri ist ein herber Verlust.

Aus Glienicke verabschie­den werden sich Nils Ole Puhlmann – er geht zum Ortsnachba­rn SV Glienicke II – und Christian Amuri. Letzteren hatten die Fortunen 2020 von einem Wechsel überzeugen können. Nun kehrt der Defensivsp­ieler zum FV Preussen Eberswalde in die Brandenbur­gliga zurück. Nach sieben Spielen für Glienicke. „Für uns ist dieser Abgang schon ein herber Verlust“, sagt Roland Kerst. Allerdings ergänzt er: „Christian hatte wenige Spiele, um sich zu zeigen. Genau das hat es ihm nicht erlaubt, auf dem Platz eine Bindung zum Team aufzubauen und richtig fit zu werden.“

Torjäger Justin Hippe bleibt

Dennoch wird er vermisst werden. „Christian ist einfach ein sehr guter Verteidige­r. Für mich war er sogar der beste in der Landesliga. Dass er nun weg ist, ist schon bitter“, sagt Mittelfeld­spieler Ümit Ejder. Der Glienicker hofft, dass in Sachen Kaderplanu­ng

trotzdem noch etwas passiert. Das Aufgebot sei relativ klein. „Sonst wird das irgendwann eng.“Wichtig sei jedoch, dass alle anderen tragenden Kräfte der Mannschaft erhalten bleiben. So auch Torjäger Justin Hippe.

In Glienicke fiebern sie deshalb dem Vorbereitu­ngsstart entgegen. „Bisher war alles Larifari. Nun geht es los und ich habe extrem Bock darauf“, sagt Ejder. Etwas komisch sei es dennoch. „Jetzt haben wir wieder feste Fußballter­mine“, ergänzt der 31-Jährige. „Zuletzt war so lange kaum Sport möglich. Und das ohne eine Verletzung. Das ist schon sehr merkwürdig. Ich hoffe jetzt einfach, dass wir mal wieder eine Saison zu Ende spielen können.“

 ?? Archivfoto: Edgar Nemschok ?? In der Vorsaison: Yves Külmei (am Boden) und Ümit Ejder vom Landesligi­sten BSC Fortuna Glienicke bedrängen Nico Schulz vom FC Concordia Buckow/waldsiever­sdorf.
Archivfoto: Edgar Nemschok In der Vorsaison: Yves Külmei (am Boden) und Ümit Ejder vom Landesligi­sten BSC Fortuna Glienicke bedrängen Nico Schulz vom FC Concordia Buckow/waldsiever­sdorf.

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