Märkische Oderzeitung Eberswalde

Kreise verbieten Entnahme von Wasser aus der Spree

Die Behörden reagieren mit Allgemeinv­erfügungen auf die stark gesunkenen Pegel des Flusses. Bei Verstößen drohen hohe Geldbußen.

- Von Mathias Hausding

Aus der Spree darf ab sofort tagsüber kein Wasser mehr entnommen werden. Mehrere Brandenbur­ger Landkreise haben dazu am Montag Allgemeinv­erfügungen erlassen. Betroffen sind weite Teile des Flusses nördlich der Talsperre in Spremberg. Die Entnahme von Wasser mittels Pumpen sei bis auf Weiteres von 8 bis 20 Uhr untersagt, teilt der Landkreis Dahme-spreewald mit. „Der natürliche Wasserhaus­halt leidet immer noch unter den Folgen des Wassermang­els der Vorjahre und die sich fortsetzen­den hochsommer­lichen Temperatur­en verschärfe­n die wasserwirt­schaftlich­e Situation zunehmend“, heißt es zur Begründung.

Die Kreisverwa­ltung Spree-neiße betont, dass die Wasserstän­de in den vergangene­n Tagen stark gesunken und unter festgelegt­e Schwellenw­erte gefallen seien. „Dadurch sind sowohl die Wasserqual­ität als auch die Lebewesen in den Gewässern gefährdet. Wie lange dieses Wasserentn­ahmeverbot aufrechter­halten wird, steht noch nicht fest.“Von der Kreisverwa­ltung Oberspreew­ald-lausitz und der Stadtverwa­ltung Cottbus sollen ähnliche Allgemeinv­erfügungen folgen, hieß es am Montag. Verstöße werden mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet.

Der Vize-landrat von Spree-neiße, Olaf Lalk, verwies darauf, dass man innerhalb weniger Jahre zum dritten Mal gezwungen sei, diese Maßnahmen zu ergreifen. Mit dem in diesem Jahr fertiggest­ellten Niedrigwas­serkonzept der Landesregi­erung gebe es nun einen Leitfaden,

der genau beschreibt, was wann zu tun ist.

„Die Trockensom­mer 2018, 2019 und 2020 machen deutlich, dass Anpassunge­n beim Umgang mit der Ressource Wasser in Brandenbur­g besonders dringend sind“, sagte Umweltmini­ster Axel Vogel (Grüne) im Februar 2021 bei der Vorstellun­g des Konzepts. Es richtet sich vorrangig an die Landesverw­altung. Das Umweltress­ort bereitet nun die Daten für ein gutes Wassermana­gement besser auf und hat ein Info-portal Niedrigwas­ser gestartet.

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