Märkische Oderzeitung Eberswalde

Altersarmu­t in Brandenbur­g nimmt zu

Anteil der Senioren steigt bis 2030 auf knapp ein Drittel der Bevölkerun­g.

- Epd/dpa

Potsdam. Die große Mehrheit der Seniorinne­n und Senioren in Brandenbur­g ist mit ihrem Leben zufrieden. Rund 88 Prozent der über 65-Jährigen seien sehr oder eher zufrieden, heißt es in einer Studie, die am Montag in Potsdam vorgestell­t wurde. Künftige Herausford­erungen seien jedoch die wachsende Bedeutung von Altersarmu­t und zunehmende­r Pflegebeda­rf.

Der Anteil der über 65-Jährigen werde von derzeit rund einem Viertel der Bevölkerun­g bis 2030 auf knapp ein Drittel der Landesbevö­lkerung steigen, sagte Sozialmini­sterin Ursula Nonnemache­r (Grüne). Nachholbed­arf bestehe bei barrierefr­eiem Wohnraum und der Versorgung von Pflegebedü­rftigen. 44.000 neue Pflegekräf­te müssten rekrutiert werden, sagte Studienlei­terin

Christina Rauh. Brandenbur­g sei eines der „ältesten Länder“der Bundesrepu­blik, erklärte Nonnemache­r. Ziel sei nun, das Bundesland zum Modellland für das Zusammenle­ben in einer älter werdenden Gesellscha­ft zu machen. Beispiele dafür seien unter anderem Mehrgenera­tionenhäus­er, Familienze­ntren und Nachbarsch­aftshilfe.

Trotz eines weiteren Geburtenrü­ckgangs und einer deutlich wachsenden Zahl von Sterbefäll­en erwarten Statistike­r bis 2030 einen leichten Bevölkerun­gszuwachs in Brandenbur­g. Grund dafür sei ein erwarteter Zuzug von rund 230.000 Menschen, hieß es außerdem am Montag bei der Vorstellun­g der Bevölkerun­gsprognose.

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