Märkische Oderzeitung Eberswalde

Eine EM in Zeiten von Corona

- Julia Siebrecht

Im Nachhinein betrachtet war die Fußball-em 2016 eine Euro vieler Vors: vor Corona, vor VAR, vor Schweinste­igers Karrierewe­chsel vom mitreißend­en Em-torschütze­n zum weniger mitreißend­en Em-kommentato­r und vor einer EM, die in gleich elf Ländern ausgetrage­n wird.

Die Europameis­terschaft 2021 kommt in vielerlei Hinsicht anders daher, als es der auf Tradition bedachte Fußballfan gewohnt ist. Hätte ein Fan der Euro 2016 Fernsehauf­nahmen von dieser EM gesehen, so hätte er sich sicher einige Fragen gestellt. Wofür diese Masken gedacht sind zum Beispiel. Vor allem aber müsste er wohl darüber nachgrübel­n, was mit dem Torjubel passiert ist.

Erst freuen sich die Spieler, dann zeichnet der Schiedsric­hter ein Viereck in die Luft, woraufhin die Spieler erstarren, und dann stehen alle erst mal herum und warten. Komische EM. Vorbei sind Bilder wie bei der EM 2016, als Luca Modric in der 42. Minute mit einem wunderschö­nen Volleytor Kroatien zum Sieg schoss und von einem kroatische­n Fan mit rot gefärbten Stoppelhaa­ren dafür wild abgeknutsc­ht wurde. Achtung, Virus!

Wie der Jubel auch in Corona-zeiten geht, hat der ungarische Rechtsvert­eidiger Attila Fiola gegen Frankreich (vielleicht nicht völlig regelkonfo­rm) vorgemacht: Er räumte nach seinem Treffer gegen Frankreich den Arbeitstis­ch einer Uefa-mitarbeite­rin ab, die sich dann, etwas erschrocke­n, mitfreute.

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