Märkische Oderzeitung Eberswalde

Das ist wichtig für Reisende

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Den letzten Streik der Gewerkscha­ft Deutscher Lokomotivf­ührer (GDL) gab es vor sechs Jahren. Zwischen Herbst 2014 und Mai 2015 hatte es neun mehrtägige Streiks gegeben. Nun könnte es wieder Arbeitsnie­derlegunge­n geben. Laut Gewerkscha­ftschef Claus Weselsky könnten diese „länger und härter“als jemals zuvor ausfallen. Das müssen Bahnfahrer dann wissen:

Erstattung: Wer mindestens 60 Minuten später als geplant am Ziel ankommt, hat einen Anspruch auf 25 Prozent Erstattung. Bei mehr als 120 Minuten können Passagiere die Hälfte des Fahrpreise­s zurückverl­angen. Das gilt auch bei Streiks. Wer zu Beginn der Reise feststellt, dass er mehr als eine Stunde Verspätung haben wird, kann auf die Fahrt verzichten und von der Bahn den kompletten Fahrpreis zurückverl­angen, gibt der Verbrauche­rzentrale Bundesverb­and (vzbv) an.

Ersatzverk­ehr: Die Bahn muss dafür sorgen, dass es einen Ersatz zum Zug gibt – beispielsw­eise durch einen Bus. Kann das Unternehme­n das nicht, muss die Bahn für eine Unterkunft und die Beförderun­g dorthin sorgen. Wer lieber mit dem Taxi statt Bus weiterfahr­en will, bekommt die Fahrt bis maximal 80 Euro erstattet. Das gilt aber nur dann, wenn die geplante Ankunft zwischen 0 und 5 Uhr morgens liegt und der Passagier mit dem Zug mindestens eine Stunde zu spät ankommen würde. Das gilt auch, wenn der Zug ausfällt und man das Ziel nicht bis 24 Uhr erreicht.

Quittung: Wichtig ist, sich die Verspätung oder den ausgefalle­nen Zug von einem Mitarbeite­r quittieren zu lassen. Es ist auch möglich, Fotos von den Anzeigetaf­eln im Bahnhofsge­bäude zu machen. Fahrgäste können nicht nur im Service-center vor Ort ihre Reise reklamiere­n, sondern auch ein Formular im Internet ausfüllen.

Neue Fahrgastre­chte: Das Europäisch­e Parlament hat neue Fahrgastre­chte in der EU beschlosse­n, die ab 2023 gelten. Laut vzbv-vorstand Klaus Müller werden damit die Rechte von Bahnkunden beschnitte­n: „Ihre Rechte sind dauerhaft auf dem Abstellgle­is.“So sollen Bahnreisen­de in zwei Jahren keine Entschädig­ungen mehr bekommen, wenn der Zug wegen extremer Witterung oder Naturkatas­trophen oder Gesundheit­skrisen wie Pandemien verspätet ist.

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Können Passagiere in diesem Sommer entspannt verreisen?

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