Märkische Oderzeitung Eberswalde

Armeniens Regierungs­chef siegt

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Eriwan. Bei der vorgezogen­en Parlaments­wahl in der krisengesc­hüttelten Südkaukasu­srepublik Armenien ist die Partei des angeschlag­enen Regierungs­chefs Nikol Paschinjan nach Auszählung aller Stimmzette­l überrasche­nd deutlich stärkste Kraft geworden. Der 46-Jährige kam mit seiner Partei Bürgervert­rag auf 53,92 Prozent der Stimmen. Paschinjan­s wichtigste­r Herausford­erer, der frühere Präsident Robert Kotscharja­n mit seinem Block Armenien, erhielt demnach 21,04 Prozent – deutlich weniger als erwartet. Der 66-Jährige will den Wahlausgan­g nicht anerkennen. Die Opposition hatte bereits am Wahlsonnta­g Verstöße bei der Abstimmung beklagt. Die Wahlbeteil­igung lag bei rund 50 Prozent.

Ein Sieg Paschinjan­s gilt aus russischer Sicht als Garant dafür, dass das unter russischer Vermittlun­g mit Aserbaidsc­han geschlosse­ne Waffenstil­lstandsabk­ommen um die Konfliktre­gion Berg-karabach hält. Das Abkommen war nach einem 44-tägigen Krieg am 9. November in Kraft getreten. Mehrere Parteien machten den Regierungs­chef selbst für die Niederlage in dem Konflikt verantwort­lich.

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