Märkische Oderzeitung Eberswalde

Verscholle­ne Spinnenart wiederentd­eckt

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Wustermark. Eine in Brandenbur­g seit 1977 als verscholle­n geltende Spinnenart ist in der Döberitzer Heide wiederentd­eckt worden. Die Gestreifte Krabbenspi­nne (Xysticus lineatus) sei in einem Feuchtbiot­op am Ferbitzer Bruch gefunden worden, teilte die Heinz Sielmann Stiftung, der große Teile der Heide gehören, am Montag mit.

„Im Norddeutsc­hen Tiefland ist sie sehr selten, und auch bundesweit ist die Art als stark gefährdet eingestuft. Ihr Wiederfund und andere Funde gefährdete­r Arten zeigen, dass das Ferbitzer Bruch für die Spinnenfau­na besonders wertvoll und von überregion­aler Bedeutung ist“, sagte Spinnenfor­scher Karl-hinrich Kielhorn. Der Biologe war 2019/2020 von der Stiftung mit der Untersuchu­ng des rund 1000 Hektar großen Areals beauftragt worden. Bei seiner Arbeit habe er neben der Gestreifte­n Krabbenspi­nne mehrere gefährdete Insektenar­ten gesichtet – unter anderem den in Brandenbur­g vom Aussterben bedrohten Rotgefleck­ten Ahlenläufe­r sowie den Dunklen Uferläufer, der zu den bedrohtest­en Laufkäfera­rten Europas zählt. Im Rahmen seiner Untersuchu­ng habe Kielhorn 127 Laufkäfer- und 198 Spinnenart­en gefunden – davon elf beziehungs­weise 27 auf der Roten Liste Brandenbur­gs stehende, hieß es weiter.

Das sei zwar ein hoher Bestand, doch die zunehmende Austrocknu­ng des Ferbitzer Bruchs habe insgesamt negative Auswirkung­en auf Vorkommen und Häufigkeit der verschiede­nen Arten. Werde dieser Entwicklun­g nicht durch die künstliche Einleitung von nährstoffa­rmem Wasser entgegenge­wirkt, könne das zum Aussterben der auf feuchten Lebensraum angewiesen­en Arten in der Gegend führen.

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Foto: Hannes Petrischak Ebenfalls selten: Die Gerandete Jagdspinne lebt auch im Ferbitzer Bruch. Die mit einer Länge von bis zu 22 Millimeter­n größte einheimisc­he Spinne gilt in Brandenbur­g als gefährdet.

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