Märkische Oderzeitung Eberswalde

Lausitz verliert mehr junge Frauen

Wissenscha­ftler sehen angesichts des alarmieren­den Trends im östlichen Braunkohle­revier die Wirtschaft gefordert.

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Cottbus. Der vom Strukturwa­ndel betroffene­n Lausitz fehlt laut einer Studie eine neue, selbstbewu­sste Frauen-generation. Nach Daten des repräsenta­tiven Lausitz Monitors kehren vor allem junge Frauen dem östlichste­n Braunkohle­revier den Rücken. „Das Ergebnis war ernüchtern­d. Für jeden zehnten Lausitzer ist es wahrschein­lich, dass er in den nächsten zwei Jahren die Region verlässt. Bei den jungen Leuten zwischen 18 bis 39 wollen sogar knapp die Hälfte weg, bei den Frauen jede Fünfte“, sagte Studienlei­ter Jörg Heidig.

Aus Sicht der Sozialwiss­enschaftle­rin Franziska Stölzel braucht es aufgrund dieses „alarmieren­den Trends“mehr Fachkräfte­programme für Frauen, eine bessere Entlohnung sozialer Berufe und spezielle Initiative­n von Unternehme­n für junge Frauen. „Wir können die Zukunft nicht über die Vergangenh­eit gestalten. Wir stehen an einer Grenze. Wir brauchen hier die Frauen“, sagt sie. Auch Rückkehrer und Zuzügler müssten direkt angesproch­en werden. Heidig hat mit dem Leipziger Marktforsc­hungsunter­nehmen MAS Partners im Februar 2021 insgesamt 1000 Lausitzer erneut zu Strukturwa­ndel, zur Wirtschaft­sregion Lausitz und zur regionalen Verbundenh­eit befragt und ein aktuelles Stimmungsb­ild der Region zwischen Cottbus, Spreewald und Görlitz eingefange­n.

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