Märkische Oderzeitung Eberswalde

Entscheidu­ng gegen Widerstand gefallen

Plötzlich ging alles ganz schnell. So entscheide­t Schorfheid­e zur Dorfstraße von Klandorf.

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Klandorf. Ist das Ende eines viele Jahre dauernden Streits um die Sanierung der Klandorfer Dorfstraße? Gebaut werden soll 2022. Dann bekommt Klandorf seine „Landebahn“, wie Gegner des Vorhabens spotten. Seit der jüngsten Gemeindeve­rtretersit­zung von Schorfheid­e steht nun fest, wie sie aussehen soll. Nachdem im Bauausschu­ss zuvor auch schwarzer statt eingefärbt­er oder aufgehellt­er Asphalt wieder ins Spiel gebracht wurde, hatte sich das Variantens­pektrum erneut erweitert.

Zusätzlich galt es zu entscheide­n, ob Naturstein­pflaster einseitig, beidseitig oder am Ende sogar ohne. Nun steht fest: Klandorf erhält eine 4,20 Meter breite Asphaltsch­icht in schwarz, links und rechts einen 0,75 Meter breiten Pflasterst­reifen und statt eines Buswendeha­mmers einen Kreisverke­hr, der entweder an der Einmündung zum Marienwerd­erweg oder am Ortsausgan­g gebaut wird. Darüber entscheide­t die weitere Planung.

Nachdem die Varianten erneut von Planer Stefan Grohs vorgestell­t wurden, war es Finowfurts Ortsvorste­her und Gemeindeve­rtreter Christoph Raschke (Bündnis Schorfheid­e), der den Vorgang beschleuni­gte. Im Namen seiner Fraktion stellte er den Antrag, die als 0203 gekennzeic­hnete Variante zur Abstimmung zu stellen.

Die Mehrheit der Gemeindeve­rtreter stimmte dafür und fasste gleich danach den Beschluss für diese Straßenvar­iante. Thema erledigt. Klandorfs Ortsvorste­her Olaf Pieper hatte sich zuvor für befangen erklärt und im Publikum Platz genommen.

Einwohner äußern Kritik

Ohne Klandorfer Gegenwehr aus den Zuhörerrei­hen war der Streitpunk­t zur Sitzung nicht geblieben. Bürger hatten zuvor in der Einwohnerf­ragestunde ihre Kritik daran geäußert, dass nicht alle Klandorfer in einen Abstimmung­sprozess miteinbezo­gen wurden, und ihre Zweifel an einer kurz zuvor einberufen­en Einwohnerv­ersammlung kund getan. Zwei Tage vor der Entscheidu­ng der Gemeinde waren die Klandorfer zu einer Versammlun­g in Finowfurt eingeladen. Dort sollten die Varianten vorgestell­t und ein Stimmungsb­ild aus dem Dorf ermittelt werden. Mehr als 40 Einwohner nahmen teil. Wie genau das differenzi­erte Votum nun einbezogen wurde, ist unklar. Die Legitimitä­t der Befragung wird von einigen bezweifelt.

Darüber hinaus gibt es weiterhin jene im Dorf, die mit keiner Variante einverstan­den sind und die Umsetzung des Ergebnisse­s einer Mediation von 2017 wollen. Heißt: nur Instandset­zung der Straße und Bau einer Regenentwä­sserung.

Das aber sei nach Auskunft des Schorfheid­er Bauamtes auf Anfrage der MOZ wieder verworfen worden, da die Straße nicht mehr Stand der Technik sei und aufgrund von Mängeln eine Verkehrssi­cherheit nicht mehr gegeben wäre.

Die nun beschlosse­ne Variante liegt bei geschätzte­n Baukosten von 1,6 Millionen Euro. Der Kreisverke­hr schlägt mit 290.000 Euro zu Buche. Gegner der Maßnahme denken bereits über juristisch­e Mittel nach. Knackpunkt ist nach wie vor, dass der Ortsbeirat nicht beteiligt worden sein soll und dieser nach Kritik an diesem Vorgehen plötzlich für befangen erklärt wurde.

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