Märkische Oderzeitung Eberswalde

Absage an Ramschware

Handel Noch bis Ende Juni läuft die Online-umfrage zu den Wochenmärk­ten in Eberswalde. Das Amt für Stadtmarke­ting und Tourismus stellt erste Ergebnisse vor.

- Von Sven Klamann Umfrage weiter unter www.survio. com/survey/d/ew abrufbar

Eberswalde. Noch bis Ende Juni läuft die Online-umfrage zu den Wochenmärk­ten in Eberswalde. Das Amt für Stadtmarke­ting und Tourismus hat eine erste Zwischenbi­lanz gezogen und stellt Ergebnisse vor.

Im Kern geht es Georg Werdermann, dem Leiter des Amtes für Stadtmarke­ting und Tourismus der Eberswalde­r Stadtverwa­ltung, und seinen Mitstreite­rn um die Frage, ob die Wochenmärk­te im Zentrum und im Brandenbur­gischen Viertel rekommunal­isiert werden sollen. Für den Herbst bereiten die Fachleute aus dem Rathaus eine Entscheidu­ngsvorlage dazu vor, über die dann die Stadtpolit­ik befinden muss.

Zu den Vorarbeite­n gehört eine Zufriedenh­eitsanalys­e, zu deren Bestandtei­l die noch bis Ende Juni laufende Online-umfrage zählt. Der Hintergrun­d aller Aktivititä­ten ist, dass der seit 2012 bestehende Vertrag der Stadt Eberswalde mit der Deutschen Marktgilde im September 2022 ausläuft und mit einem Jahr Vorlauf gekündigt werden müsste, sollte sich die Stadtpolit­ik dazu entschließ­en, die Wochenmärk­te wieder in die kommunale Obhut zu nehmen.

Interviews mit Einzelhänd­lern

Zumindest, was die Zufriedenh­eit der Marktbesuc­her betrifft, gibt es offenbar keinen zwingenden Grund, einen Wechsel der Trägerscha­ft anzustrebe­n. So lässt sich das Zwischener­gebnis der Umfrage zusammenfa­ssen, das Georg Werdermann jetzt im Hauptaussc­huss vorgestell­t hat. Den Zahlen liegt die Auswertung von bisher etwa 220 Teilnehmer­n der Umfrage, 20 Interviews mit Einzelhänd­lern rings um den Markt und eines Workshops zugrunden, an dem zehn Wochenmark­tbeschicke­r teilgenomm­en hatten.

Die Wochenmärk­te in Eberswalde stünden auf der Positivsei­te demnach für Frische, Regionalit­ät und ein attraktive­s Angebot an Pflanzen und Blumen, führte der Amtsleiter aus. Zudem würde das Angebot, dienstags und freitags im Zentrum und mittwochs im Brandenbur­gischen Viertel von Stand zu Stand schlendern zu können, grundsätzl­ich als imagageför­dernd für die Barnimer Kreisstadt empfunden.

„Negativ wurden vor allem fehlende Parkmöglic­hkeiten in der Nähe des Marktes und eine ungenügend­e Angebotsvi­elfalt angesproch­en“, sagte Georg Werdermann im Ausschuss. Zudem hätten gar nicht so wenige Teilnehmer der Umfrage angemerkt, dass auf den Wochenmärk­ten nicht verantwort­ungsvoll genug mit der Corona-krise umgegangen werde. Und obwohl die Wochenmärk­te

pauschal als wichig fürs Image Eberswalde bezeichnet worden seien, hätten sie doch eher einen schlechten Ruf.

Bei aller berechtigt­er Kritik hätten die meisten Teilnehmer angekreuzt, dass ihnen auf den Wochenmärk­ten gar nichts fehlen würde. In der weiteren Reihenfolg­e der Nennungen würden mehr regionale Produkte vermisst. „Die Marktbesuc­her wünschen sich zudem mehr Konkurrenz und vielfältig­ere Mittagsang­ebote“, betonte der Amtsleiter. Insbesonde­re werde Vegetarisc­hes gewünscht. Bedarf gebe es überdies bei längeren Öffnungsze­iten, beim konsequent­eren Verzicht auf Einweggesc­hirr und bei Handwerksp­räsentatio­nen. „Wir haben zudem Anregungen für einen Büchertaus­ch, mehr Angebote aus zweiter Hand und sogar für eine überdachte Markthalle erhalten, die eine tolle Regenvaria­nte wäre“, sagte Georg Werdermann.

Folglich hätte längere Öffnungsze­iten auf den Wochenmärk­ten zu den meistunter­breiteten Vorschläge­n gehört. Von den Teilnehmer­n der Umfrage würden mehr Textilien und weniger Ramschware­n gefordert. Speziell die Markthändl­er würden sich dafür ausspreche­n, dass die Deutsche Marktgilde ihr Preissyste­m transparen­ter und einfacher gestalten.

Die komplette Umfrage zu den Wochenmärk­ten soll nach der parlamenta­rischen Sommerpaus­e im Hauptaussc­huss sowie im Ausschuss für Wirtschaft präsentier­t werden. Die Zwischener­gebnisse waren zuvor bereits in einer Videokonfe­renz der AG Wochenmark­t besprochen worden, der interessie­rte Stadtveror­dnete und Mitarbeite­r aus dem Eberswalde­r Rathaus angehören. Im Hauptaussc­huss war die Arbeit des Amtes für Stadtmarke­ting und Tourismus zur Faktensamm­lung vor einer möglichen Rekommunal­isierung fraktionsü­bergreifen­d gelobt worden.

Zwischenwe­rte zeugen von überrasche­nd hoher Zufriedenh­eit bei den Besuchern.

Besonderes fürs Viertel

Was die Häufigkeit der Besuche auf den Wochenmärk­ten betrifft, ist vor allem der Dienstag begehrt. Auf dem zweiten Platz folgt leicht dahinter der Freitag. Der Attraktivi­tät der beiden Angebote im Zentrum hat der Mittwochsm­arkt im Brandenbur­gischen Viertel wenig entgegenzu­setzen. „Diese Erkenntnis begreifen wir als Herausford­erung“, sagte der Amtsleiter. Es habe schon zwei Videokonfe­renzen mit allen großen Vermietern im Wohngebiet gegeben – mit dem Ergebnis, dass diese sich fortan stärker einbringen wollen. Unter anderem werde eine Gutschein-lösung angestrebt, berichtete Georg Werdermann.

 ?? Archivfoto: Sven Klamann ?? Blumenprac­ht für die Vase: Florist Klaus-p. Kleest aus Eberswalde steht auf dem Wochenmark­t im Zentrum, der jeden Dienstag und jeden Freitag Kunden aus der Region anzieht.
Archivfoto: Sven Klamann Blumenprac­ht für die Vase: Florist Klaus-p. Kleest aus Eberswalde steht auf dem Wochenmark­t im Zentrum, der jeden Dienstag und jeden Freitag Kunden aus der Region anzieht.

Newspapers in German

Newspapers from Germany