Märkische Oderzeitung Eberswalde

Die Uefa hat Recht

- Michael Gabel zur Münchner Regenbogen-aktion

Die Uefa verbietet, das Münchner Em-stadion in Regenbogen­farben zu tauchen – zum Skandal taugt diese Entscheidu­ng nicht. Zwar hat der Regierungs­chef des deutschen Gegners Ungarn, Viktor Orban, Kritik an seiner Intoleranz gegenüber Anderslebe­nden verdient. Doch es gibt gute Gründe, sich den demonstrat­iven Akt zu verkneifen, gegen diese Politik beim Fußball Farbe zu zeigen.

So wirkt es unangenehm belehrend, andere – eben nicht nur Orban, sondern gleich das ganze ungarische Fußballvol­k – mit großer Geste auf den richtigen toleranten Weg bringen zu wollen. Außerdem wäre es ein billiges Ablenkungs­manöver von heimischen Problemen, wo sich doch Bundesliga­spieler erst nach dem Ende ihrer Karriere trauen, sich zur eigenen Homosexual­ität zu bekennen. Hinzu kommt: In ihrer Haltung, Politik aus den Stadien herauszuha­lten, hat die Uefa im Grundsatz Recht. Denn die Aktion mit den Regenbogen­farben verfolgt zwar ein berechtigt­es Anliegen. Aber was ist, wenn andere es nachtun wollen? Dann stünde es Orban frei, das Budapester Stadion in das Orange seiner rechtskons­ervativen Fidesz-partei zu tauchen. Bitte nicht!

 ??  ??

Newspapers in German

Newspapers from Germany