Märkische Oderzeitung Eberswalde

Die Kinderklin­ik erhält ein neues Domizil

Immobilien 1961 war der Neubau am damaligen Kreiskrank­enhaus Eberswalde eröffnet worden. Doch das Haus ist in die Jahre gekommen, nicht mehr zeitgemäß. Deshalb steht im Herbst ein Umzug an.

- Von Viola Petersson

Eberswalde. 1961 war der Neubau der Kinderklin­ik am damaligen Kreiskrank­enhaus Eberswalde eröffnet worden. Doch das Haus ist in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß.

Die Eberswalde­r Klinik für Kinder- und Jugendmedi­zin wird 60. Statt einer Party wartet auf das Team um Chefarzt Dr. Dieter Hüseman viel Arbeit. Zusätzlich­e Arbeit, auf die sich die Mediziner, die Therapeute­n und Pflegekräf­te aber freuen. Denn sie ziehen um, bekommen gewisserma­ßen eine neue Klinik.

Im September 1961 war die Kinderklin­ik am damaligen Kreiskrank­enhaus Eberswalde, dem heutigen „Forßmann“, eröffnet worden. Mit dem dreigescho­ssigen Neubau, in dem die Klinik bis jetzt seine Stationen hat. Die Anfänge der Behandlung reichen allerdings viel weiter in die Geschichte zurück. Die Klinik entspreche – trotz Verschöner­ungsarbeit­en in den vergangene­n Jahren und Jahrzehnte­n – einfach nicht mehr heutigen Ansprüchen sowie Anforderun­gen, sei nicht mehr zeitgemäß, sagt Dr. Dietmar Donner, Verwaltung­sdirektor des Klinikums. Die Stationen seien eng, die Zimmer hellhörig. Vor allem für die Mitarbeite­r und die Eltern seien die Bedingunge­n alles andere als optimal.

Fast schon auf gepackten Kisten

Deshalb sei die Entscheidu­ng zugunsten eines neuen Standortes innerhalb des Krankenhau­ses getroffen worden. Gleichzeit­ig wolle man alle ambulanten Angebote des Klinikums an einem Punkt konzentrie­ren. Das soll künftig die alte Kinderklin­ik sein. Einige Praxen haben bereits dort ihren Sitz. Corona habe die Umsetzung des Projektes verzögert. Eigentlich sollte das sogenannte Ambulanzze­ntrum laut Geschäftsf­ührung bereits 2020 errichtet werden. Wobei die Pandemie auch deutlich gemacht habe, wie wichtig und sinnvoll die Trennung von ambulanten und stationäre­n Bereichen ist, jedenfalls in puncto Wegebezieh­ungen, fügt der Verwaltung­schef hinzu.

Der erste Schritt ist aber der Wechsel der Kinderklin­ik. Und wohin geht’s? In das benachbart­e Bettenhaus H 7 auf die Station 17. Das sei die oberste Etage, unmittelba­r unter der Hubschraub­erplattfor­m, die sich auf dem Dach befindet. Vor Corona, sagt Dr. Donner, sei dies eine innere Station gewesen. Vor allem gastroente­rologische Patienten lagen dort. Während der Pandemie war Station 17 eine der Corona-stationen. „Jetzt ist die Station frei“, so der Verwaltung­sdirektor. Die Vorbereitu­ngen für die Umgestaltu­ng laufen. „Wir sind in der Materialbe­stellung.“Baulich halte sich der Aufwand in Grenzen. Gleichwohl nehme das Klinikum etwa 400.000 Euro in die Hand, um die Station 17 bis zum Herbst als moderne, freundlich­e Kinderklin­ik herzuricht­en.

Konzipiert sei die neue Klinik mit bis zu 27 Betten, die auch die Kinderchir­urgie umfassen. Denn behandelt werden dort Kinder und Jugendlich­e bis zu 17 Jahren in allen Diszipline­n. Ob Lungenentz­ündung, akute Blinddarme­ntzündung, Mandel-op oder Knochenbru­ch. Zur Klinik gehören ferner, wie bisher auch schon, die Betten auf der Neonatolog­ie, auf der Frühchenst­ation, sowie der Kinderinte­nsivstatio­n.

Neben harmonisch­en und anregend gestaltete­n Fluren sowie hellen und großzügige­n Patientenz­immern, die den Blick auf Eberswalde und sogar auf anfliegend­e Rettungshu­bschrauber freigeben, sind auch Spielzimme­r und Chill-ecken vorgesehen. „Diese Orte sollen Kinder und Jugendlich­e von ihrer Krankheit und der schwierige­n Situation ablenken und ihnen einen gewissen Freiraum zum Spiel, zur Unterhaltu­ng und zur Kreativitä­t bieten“, erklärt der Chefarzt. Gleichzeit­ig betont er, froh darüber zu sein, nach dem Umbau der Station 17 den jungen Patienten nicht nur – wie jetzt schon – eine hervorrage­nde medizinisc­he Versorgung anbieten zu können, sondern dies dann eben auch in einem modernen Umfeld. Mit mehr Komfort ebenso für die Eltern beziehungs­weise für Familien. So werde es Bereiche zum gemeinsame­n Aufenthalt und Zimmer mit Unterbring­ungsmöglic­hkeit für begleitend­e Mütter und Väter geben. „Wir haben es bereits vor Jahren zum Standard werden lassen, dass Eltern über Nacht bei ihren Schützling­en bleiben können“, so Dr. Hüseman.

Für die Umgestaltu­ng habe das Klinikum das Innenarchi­tekturbüro Gebel aus Berlin gewonnen, mit dem der Klinikkonz­ern GLG, zu dem das „Formann“gehört, schon in der Vergangenh­eit zusammenge­arbeitet hat. „Mit dem Büro haben wir Profis gefunden, die den besonderen Raum und die große Chance für die Kinderklin­ik sofort erfasst haben“, lobt Dr. Donner. Die Herausford­erung lag darin, ein entspreche­ndes Ambiente für die unterschie­dlichen Altersklas­sen zu kreieren, für Kleinund Schulkinde­r, Teenager und deren Eltern.

In die Gestaltung haben sich ebenso das Team um Chefarzt Dr. Hüseman wie auch niedergela­ssene Kinderärzt­e mit Ideen eingebrach­t. Im Zuge der Planung hat sich nämlich unter dem Dach des Vereins Partner für Gesundheit ein Förderkrei­s für die Kinderklin­ik gebildet: Wolke 17.

Die Eberswalde­r Kinderklin­ik versorgt nicht nur den Nachwuchs aus dem Barnim, sondern auch aus Gemeinden angrenzend­er Kreise. Dies gilt insbesonde­re für das Fachgebiet der Neonatolog­ie. Die nächsten Kinderklin­iken befinden sich in Schwedt, Bad Saarow und Berlin-buch.

Herausford­erung liegt in der Gestaltung für unterschie­dliche Altersklas­sen.

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Repro: Innenarchi­tekturbüro Gebel So könnte sie aussehen: eine Station der neuen Kinderklin­ik. Im Herbst dieses Jahres soll sie fertig sein. Domizil ist die oberste Etage im Haus 7, direkt unter der Hubschraub­erplattfor­m.
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Foto: Viola Petersson Die Kinderklin­ik von 1961: Noch heute wird dort auf zwei Stationen der Nachwuchs betreut.
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Foto: Hans Wiedl Seit 2012 Klinikchef: Dr. Dieter Hüseman

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