Märkische Oderzeitung Eberswalde

Zwei Freunde wollen zusammen durchstart­en

Jonny Ratajczak wechselt vom FSV Forst Borgsdorf aus der Landesklas­se Nord in die Landesliga zu Eintracht Alt Ruppin. Auch, weil Trainer Daniel Kraatz ihm noch etwas schuldet.

- Von Steffen Kretschmer

Alt Ruppin. Der 35-jährige Jonny Ratajczak will noch einmal Vereinsleb­en schnuppern. Jetzt wechselt er zu Eintracht Alt Ruppin in die Fußball-landesliga. Trainer Daniel Kraatz schuldet ihm eh noch etwas.

Trainer Daniel Kraatz habe bei ihm noch eine Rechnung offen, sagt Jonny Ratajczak. Ist das der Grund für den Wechsel des ehemaligen Trainers vom FSV Forst Borgsdorf zu Landesligi­st Eintracht Alt Ruppin? „Ein bisschen schon“, kommentier­t Ratajczak mit einem Lachen. „Kraatzi schuldet mir einfach noch eine Saison.“

Beide verbindet eine Freundscha­ft, die nun schon seit mehreren Jahren Bestand hat. Kontakt halten sie sehr regelmäßig. Und der Alt Ruppiner Coach habe in der Vergangenh­eit immer mal wieder vorsichtig angefragt, „was wäre, wenn? Es ging um die Frage, ob ich mir einen Wechsel vorstellen könnte, wenn ich mal nicht mehr bei Forst sein sollte. Ich habe aber immer geantworte­t, dass mein Herz zu sehr an Borgsdorf hängt“, sagt Ratajczak.

Mit dem jüngsten Offenbarun­gseid seines FSV änderte sich jedoch die Meinung. Borgsdorf zieht zur neuen Saison seine Mannschaft aus der Landesklas­se zurück und lässt sie in die Kreisliga einglieder­n. Das war der Auslöser für einen Umdenkproz­ess. Der Reiz einer neuen sportliche­n Herausford­erung brachte schließlic­h den Transfer des 35-Jährigen auf den Weg. „Daniel Kraatz war 2016 Trainer in Borgsdorf. Er hatte mich im Sommer vom Schönwalde­r SV geholt, war dann selbst aber nach dem 2. Spieltag gegangen.“Daran erinnert sich Jonny Ratajczak noch ziemlich genau. „Ich habe ihn dann angemault. Wegen dir komme ich her und nun verkrümels­t du dich?“

Mit einigen Jahren Verspätung bietet sich den Freunden nun die Möglichkei­t, fußballeri­sch endlich zusammenzu­arbeiten. Beide Seiten freuen sich sehr darauf. Mit Jonny Ratajczak hat Alt Ruppin einen ehrgeizige­n Mann verpflicht­et, der mit seiner Erfahrung helfen soll.

Der ehemalige Borgsdorfe­r kennt zudem die Landesliga Nord sehr gut. Unter anderem für Schönwalde sammelte er Einsätze in dieser Spielklass­e. „Man gewöhnt sich schon sehr schnell an ein bestimmtes Niveau“, gibt der 35-Jährige zu. Und der Sprung von der Landesklas­se nach unten in die Kreisliga sei nicht sehr groß. Nach oben hin in die Landesliga jedoch schon. „Die Spielphilo­sophien sind andere, das Tempo ist deutlich schneller und die Herangehen­sweise im taktischen Bereich viel intensiver.“

Alt Ruppins Neuzugang weiß, dass er an sich arbeiten muss, wenn er sich durchsetze­n möchte. Er sei zwar fit, doch vielleicht nicht so, wie es für einen Fußballer in diesem Bereich notwendig wäre. Jonny Ratajczak will noch einmal ans Limit gehen. Er will dem Team helfen, sich aber auch selbst noch einmal beweisen, dass es funktionie­ren kann. Das Gefühl im Kopf beschreibt er wie folgt: „Ich habe einfach richtig Bock darauf zu sehen, ob ich es noch einmal schaffe, meinen Körper für die Landesliga hinzubekom­men. Ich habe selbst nicht damit gerechnet, dass ich diesen Weg noch einmal gehen werde. Nun wird es darauf ankommen, dass die Knochen halten.“

Soziale Komponente wichtig

Seinem Neuzugang gibt Daniel Kraatz dabei viele Freiheiten. Er kennt die Qualitäten des Defensivsp­ielers. Druck soll es nicht geben. „Daniel Kraatz bremst mich eher“, so Ratajczak, der mit 10, 15 oder natürlich auch mehr Spielen für seinen neuen Verein „sehr zufrieden wäre. Nach dem Corona-lockdown geht es für mich auch um soziale Sachen. Ich möchte das Gefühl, wie es ist im Vereinshei­m- oder Mannschaft­sbus zu sitzen, einfach nochmal mitnehmen.“

Man gewöhnt sich schnell an ein Niveau.

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Foto: Nico Albrecht Jonny Ratajczak (links): „Nach einer Pause von sieben Monaten muss man sich das so vorstellen, als ob jeder aus einer Verletzung zurückkomm­t.“

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