Märkische Oderzeitung Eberswalde

Filmreife Gewaltszen­e

- Zu Hausbesetz­erszene in Berlin Ernst Jager, Panketal

Bei Gasgeruch oder Rohrbruch ist Gefahr im Verzug. Da sind Einsatzkrä­fte und Polizei immer vorbereite­t und handeln profession­ell, wenn nötig mit schwerem Gerät, um Menschenle­ben zu retten. Wohnraumer­satz wird schnell bereitgest­ellt.

Ganz anders, wenn im Haus Bewohner der linksradik­alen Szene zugeschrie­ben werden. Da genügt eine seit Langem angekündig­te Brandschut­zprüfung und der Aufruf zum Widerstand. Bewohner „rüsten auf“, errichten Barrikaden. Die Polizei kommt in Kampfausrü­stung, mit Aufbruchwe­rkzeug und Kettensäge­n. Da ging es nicht mehr um die Brandschut­zprüfung. Der Prüfexpert­e war eingeschüc­htert, wollte nicht ins Haus. Beide Seiten waren bereit für den „Krieg“, für die Auseinande­rsetzung. So leistete sich der Staat eine filmreife Gewaltszen­e mitten in Berlin. Zu wessen Nutzen? Sicher nicht für bezahlbare­n Wohnraum, denn Hausbesetz­er sind auch Menschen.

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