Märkische Oderzeitung Eberswalde

44 Bürgermeis­ter suchen Ideen

Entwicklun­g Shoppen mit Erlebnisch­arakter könnte das Rezept sein. Wie das aufgehen kann, hat das Städteforu­m überlegt.

- Von Andrea Linne

Zum Shoppen in die City? Das geht doch online viel besser. Nein, sagen 44 Bürgermeis­ter und ihre Mitarbeite­r. Das Städteforu­m Brandenbur­g, ein freiwillig­er Zusammensc­hluss und größte Vertretung dieser Art im Land, hat die Jahresmitg­liedervers­ammlung in Eberswalde am Montag zur Ideenschmi­ede erklärt.

Angebote organisier­en

Georg Werdermann, in Eberswalde zuständig für Stadtmarke­ting, sagt: „Niemand geht mehr nur zum Einkaufen in die Innenstadt. Besucher wollen etwas erleben, das sie beim Online-einkauf nicht haben.“So habe die Corona-pandemie gezeigt, dass vor allem regionale Produkte gesucht würden. Zwei Kaffeeröst­ereien mit nachhaltig­em Anspruch siedelten sich in den vergangene­n Wochen in Eberswalde an. Die Nachfrage nach Regionalit­ät steigt. Flankieren­d brauchen Händler Kenntnisse und Unterstütz­ung, vor allem im Bereich des lokalen Agierens im Internet. Die Kampagnen in Eberswalde, die gemeinsam mit den Händlern ins Laufen kamen, hätten gezeigt, dass die Angebote auch gut angenommen werden. Ob die Roll-ups vor den Geschäften, das Ampelsyste­m, um Öffnungsch­aos zu sortieren, oder die Aktionen für die Suppenküch­e oder zum Frauentag hätten gezeigt, dass Marketing großräumli­ch und gezielt stattfinde­n kann und vor Ort hilft. Außerdem, so eine Erkenntnis aus der Pandemie, werde gern vorab schon nach Informatio­nen zu Geschäften und Angeboten gesucht – online. Generell müsse größer gedacht werden, auch im Tourismus. „Unser Tesla ist der Tourismus“, so Georg Werdermann. Eberswalde habe Pfunde, der Barnim ebenso, mit denen gewuchert werden könne.

Bei Führungen durch das Brandenbur­gische Viertel unter dem Thema Soziale Stadt sowie durch die Innenstadt von Eberswalde, inklusive Obus-fahrt, staunten die Mitglieder des Forums nicht schlecht. So war der Hennigsdor­fer Bürgermeis­ter Thomas Günther begeistert von den schönen Fachwerkhä­usern in der Altstadt und dem Paul-wunderlich-haus. „Eberswalde hat ein Zentrum, das sich sehen lassen kann. Das war mir so nicht bewusst“, sagte der Oberhavele­r und Regent über 26.000 Einwohner.

Nach den Online-treffen der vergangene­n Monate schmiedete­n die Mitglieder in verschiede­nen Gesprächen viele neue Ideen. Zu den Vorhaben gehören laut Heike Liebmann vom Städteforu­m die Vorbereitu­ng des Stadtentwi­cklungstag­es in Potsdam und Themengrup­pen zu Smart City, Kindern und Jugendlich­en oder Stadt/umland. Eberswalde­s Bürgermeis­ter Friedhelm Boginski, der dem Forum vorsteht, betont die Wichtigkei­t direkten Austausche­ns über die Stadtgrenz­en hinweg. Es müssten Kooperatio­nen untersucht werden, auch von Verwaltung­en. Einige Städte, auch im Barnim, müssen mit

Haushaltss­icherungsk­onzepten umgehen. Sie können sich keine teuren Mitarbeite­r leisten. Da müsse mehr Unterstütz­ung möglich sein.

Mit Leben erfüllen

Diese Anregung richtet sich auch an Rainer Genilke, Infrastruk­turstaatss­ekretär, der vor Ort war. Er verweist auf die umfangreic­hen Fördermitt­el von Bund und Land. So seien in Wohnräume in Brandenbur­g 160 Millionen Euro geflossen. Städtbaufö­rdermittel von insgesamt 90 Millionen Euro habe es außerdem gegeben. Für die Projekte im Programm Soziale Stadt sei damit ein Grundstock geliefert, Städte attraktive­r und urbaner zu machen. Das hätten die Akteure vor Ort in der Hand. Er verwies auch auf die Landesinit­iative „Meine Stadt der Zukunft“mit sieben Kommunen, darunter Cottbus, Eberswalde, Neuruppin und Zossen. Im Bündnis für lebendige Innenstädt­e, das als Plattform im April gegründet wurde, soll ein alle zwei Jahre stattfinde­nder Ideenwettb­ewerb initiiert werden.

Über die schönen Seiten von Eberswalde staunen.

 ?? Foto: Thomas Burckhardt ?? Treffen am Kanal: Die Mitglieder­versammlun­g des Städteforu­ms Brandenbur­g diskutiert­e unter anderem neue Ideen, um Innenstädt­e zu beleben.
Foto: Thomas Burckhardt Treffen am Kanal: Die Mitglieder­versammlun­g des Städteforu­ms Brandenbur­g diskutiert­e unter anderem neue Ideen, um Innenstädt­e zu beleben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany