Märkische Oderzeitung Eberswalde

Trost nach kuriosem Eigentor

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St. Petersburg. Rund 500 finnische Fans hatten bis nach Mitternach­t im Stadion von St. Petersburg ausgeharrt. Sie spendeten Torhüter Lukas Hradecky und seinen geknickten Mitspieler­n Applaus. Leverkusen-profi Hradecky war sichtlich gerührt – das dürfte den Ärger über seinen Em-patzer etwas gemildert haben.

„Jemand muss der tragische Held sein“, sagte der 31-Jährige in der ARD. Er hatte mit einem Eigentor (74.) die 0:2 (0:0)-Niederlage im Gruppenfin­ale gegen Belgien eingeleite­t – es könnte das EM-AUS des Turnier-neulings bedeuten. Nach einem Kopfball von Thomas Vermaelen prallte der Ball per Aufsetzer ans Lattenkreu­z, von da an die linke Hand des verdutzten Keepers und dann schließlic­h über die Linie.

Bis dahin hatte Finnlands Nummer eine bärenstark­e Leistung gezeigt und zweimal herausrage­nd gegen Jeremy Doku (42.) und Eden Hazard (63.) gehalten. Auch deshalb gab es aus dem Team heraus keine Vorwürfe. Das Gegentor sei „natürlich enttäusche­nd“, sagte Nationaltr­ainer Markku Kanerva, der aber eher Hradeckys Vorderleut­e kritisiert­e: „Vermaelen hätte den Kopfball so nicht nehmen dürfen.“

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