Märkische Oderzeitung Eberswalde

Vereine prüfen medizinisc­he Versorgung

Nach Christian Eriksens Herzstills­tand: Wie steht es um die Sicherheit auf Oberhavels Sportplätz­en?

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Oranienbur­g. Nach dem Kollaps vom dänischen Nationalsp­ieler Christian Eriksen ist auch in Brandenbur­g eine Debatte um Erste Hilfe und Defibrilla­toren auf Sportplätz­en entbrannt. So sind Vereine gerüstet.

Oranienbur­g. Der Fall Christian Eriksen hat Eindruck hinterlass­en – ein Fußballpro­fi, der vor Augen von Millionen von Tv-zuschauern kollabiert­e und wiederbele­bt werden musste. Bei einigen Spielern auf Amateurebe­ne wühlt das schlimme Erinnerung­en auf. Einige Vereine und Funktionär­e fühlen sich hingegen bestätigt, andere fordern spätestens jetzt ein Umdenken.

„Als ich das mit Christian Eriksen gesehen habe, kam bei mir einiges wieder hoch“, sagt Lars Köhler. Dem Spieler der Ü-35-senioren des Oranienbur­ger FC Eintracht schossen sofort Gedanken in den Kopf, als in einer Partie der dritten Mannschaft „vor einigen Jahren ein Schiedsric­hter umgekippt“war. Zwei Zuschaueri­nnen, die wohl Krankensch­western waren, leisteten Erste Hilfe bis der Notarzt eintraf.

Vorfall bei Hallenturn­ier

Im Vereinshei­m des Kreisoberl­igisten SV Friedrichs­thal ist seit einiger Zeit ein Defibrilla­tor zu finden. „Wir hatten damals die Anschaffun­g in unserem Vorstand besprochen, da bei uns im Landkreis schon mehrere Sportkamer­aden umgekippt und einige auch gestorben sind“, erinnert sich Thomas Wilde.

Michael Reichert, Vorsitzend­er des Fußballkre­ises Oberhavel/ Barnim und Cdu-abgeordnet­er der Stadt Hohen Neuendorf, konnte schon vor einigen Jahren dazu beitragen, dass „alle Schulen und alle Sportplätz­e in Trägerscha­ft der Stadt mit Defibrilla­toren ausgestatt­et werden.

So sei der FSV Forst Borgsdorf, dessen Vorsitz Reichert lange inne hatte, schon mehrfach von Schicksals­schlägen dieser Art betroffen gewesen. „Es war beispielsw­eise vor drei Jahren ein Ü-70-fußballer aus Berlin mit einem Defibrilla­tor wiederbele­bt worden. Zum Glück war ein solches Gerät auf der Anlage. 2019 hatte es dann auch einen Vorfall bei einem Hallenturn­ier des SV Zehdenick gegeben. Genau das haben wir zum Anlass genommen.“

„Unserem Spieler erging es wie Eriksen. Nur ist die Anschaffun­g eines solchen Defibrilla­tors damals im Sande verlaufen“, gibt Ronny Erdmann, Zehdenicke­r Vorstandsm­itglied, zu. Ein Fehler, der nun umgehend zu korrigiere­n sei. Die Eriksen-szenen haben ihn mächtig mitgenomme­n. „Mit Freunden aus dem Fußballkre­is habe ich nach dem Kollaps von Eriksen sofort einen Austausch gehabt. Ich plädiere dafür, dass wir uns einen Defibrilla­tor zulegen und werde dazu auch mit Sponsoren sprechen.“

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