Märkische Oderzeitung Eberswalde

Jenseits der großen Bühne

- Über den Umgang mit der AFD

Manch einer, der sich für moderat und in der gesellscha­ftlichen Mitte stehend hält, mag angesichts der vom Verfassung­sschutz zur AFD gesammelte­n Aussagen mit den Schultern zucken. Frei nach dem Motto: „Jetzt habt euch mal nicht so, das wird man doch wohl noch sagen dürfen.“Eine solche Sichtweise würde bestätigen, wie richtig und wichtig es ist, dass der Verfassung­sschutz mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die völkisch-rechtsextr­emen Tendenzen der AFD vorgeht.

Denn die Grenzen des Sagbaren wurden von ihr bereits immer weiter verschoben. Wer sich vor zehn Jahren so geäußert hätte wie es zum Beispiel Afd-fraktionsc­hef Hans-christoph Berndt derzeit regelmäßig tut, wäre damals als Politiker sofort weg vom Fenster gewesen, weil kaum jemand solche Aussagen toleriert hätte.

Auch wenn es kein Patentreze­pt gegen die fortschrei­tende Radikalisi­erung von Teilen der Bevölkerun­g gibt, muss versucht werden, dem Einhalt zu gebieten. Es geht dabei für den Verfassung­sschutz wohlgemerk­t nicht darum, zum Beispiel die Landtagsre­den von Berndt und Co unter die Lupe zu nehmen. Er muss vor allem schauen, was sich jenseits der großen Bühne in rechtsextr­emen Netzwerken abspielt.

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Kommentar Mathias Hausding

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