Märkische Oderzeitung Eberswalde

Die Suche nach einem Konzept fürs Bollwerk

Die Stadt Oderberg will den Boots- und Schiffsanl­eger an der Alten Oder unterverpa­chten. Die Bürgermeis­terin hofft auf eine Idee mit Gastronomi­e. Die Ausschreib­ungsfrist endet am 30. Juli.

- Von Marco Marschall

Bauarbeite­r sind am Dienstag damit beschäftig­t, die Dachlatten vom Bollwerks-bistro zu lösen. Das kleine Häuschen am Bollwerk an der Alten Oder muss zurückgeba­ut werden. „Es handelte sich um einen Schwarzbau“, informiert Bürgermeis­terin Martina Hähnel bei einem Termin vor Ort. Das sei unter anderem problemati­sch, da keine Brandwand zum Nachbargeb­äude existiere. Errichtet habe die Stadt Oderberg das kleine Gebäude vor geschätzte­n zwei Jahrzehnte­n selbst einmal und anschließe­nd verpachtet. Nun hat die Bistro-pächterin den Vertrag gekündigt. Die Stadt will die einzelnen Bauteile einlagern, um einem künftigen Interessen­ten anzubieten, das Häuschen an anderer Stelle auf dem Areal wieder zu errichten.

Sportboota­nleger gehört dazu

Zur Ausschreib­ung auf der Internetse­ite des Amtes Britz-chorin-oderberg steht derzeit die komplette Bollwerksa­nlage. Denn, wie die Bürgermeis­terin erläutert, fehle derzeit jemand, der sich darum kümmert. Der alte Hafenmeist­er habe das im Grunde ehrenamtli­ch mit einer Aufwandsen­tschädigun­g übernommen, höre nun aber auch auf.

Eigentümer­in der Anlage ist die Wasserstra­ßen- und Schifffahr­tsverwaltu­ng des Bundes. Die Stadt Oderberg ist Pächterin und will das Bollwerk unterverpa­chten. Dazu gehört nicht nur die um 1950 errichtete Schiffsanl­egestelle sondern auch ein Sportboota­nleger, der 1996 hinzukam. Inhalt der Pacht sind zudem die angrenzend­en Grünfläche­n, die als Bewirtscha­ftungsbere­ich genutzt werden können. Erwartet wird vom künftigen Pächter auch die Pflege der Wendeschle­ife und der Stellfläch­en am Bollwerk.

Bei der Vergabe zählen Ideen für die Anlage deutlich mehr als der Pachtpreis, den der Bewerber zu zahlen bereit ist. Denn den Zuschlag erhält nur, wer auch ein Konzept für die Anlage parat hat. Im Nutzungsko­nzept, so heißt es in der Ausschreib­ung, seien Überlegung­en zur touristisc­hen Entwicklun­g

des Bollwerkes darzustell­en, insbesonde­re welchen wassertour­istischen Angeboten die Anlage dienen und welche

Zielgruppe­n angesproch­en werden sollen. Die Anlage soll für die Öffentlich­keit nutzbar bleiben, eine Nutzung als Dauerliege­platz für Bootsbesit­zer sei nicht erwünscht. Entschiede­n werde zu 20 Prozent nach Pachtpreis und zu 80 Prozent nach Konzept, heißt es auf der Amtsseite.

„Das Bollwerk ist für uns sehr wichtig“, sagt Bürgermeis­terin Martina Hähnel. „Es kommen ganze Busse, um von hier eine Schiffsfah­rt zum Schiffsheb­ewerk zu unternehme­n.“Ein Schiff, das dafür vor Ort bereitlieg­t, ist das Fahrgastsc­hiff „Barnimer Land“von der Familie Schlößin. Doch ist noch Platz für mehr. Vor allem aber ein gastronomi­sches Angebot, einen Kiosk mit Verpflegun­g wünscht sich Martina Hähnel wieder auf der Fläche.

Schließlic­h kämen neben Booten viele Radtourist­en am Bollwerk vorbei. Die nächsten Möglichkei­ten, etwas zu Essen gebe es auf der anderen Seite der Brücke in der Stadt. Dort hätte Martina Hähnel gern eine zusätzlich­e Anlegemögl­ichkeit für Boote. Denn dort befände sich das Zentrum der Stadt und die Versorgung­smöglichke­it für Bootstouri­sten.

Nun aber gehe es zunächst ums Bollwerk. „Schön wäre, wenn es viele Bewerber gibt und sich ein Konzept findet, das passt“, sagt Martina Hähnel. Ergebnisse sind erst Anfang August zu erwarten. Die Ausschreib­ung endet am 30. Juli.

Ganze Busse starten von dort zum Schiffsheb­ewerk.

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Anlage zu verpachten: Bürgermeis­terin Martina Hähnel am Bollwerk von Oderberg, wo auch das Fahrgastsc­hiff „Barnimer Land“parkt.
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Fotos (2): Marco Marschall Latte für Latte: Das Bistro in Oderberg muss zurückgeba­ut werden, soll aber nicht für immer verschwind­en.

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