Märkische Oderzeitung Eberswalde

Ein Hoch auf das Gurkerl

- Über sprachlich­e Fortbildun­g beim Em-gucken „Stange“„Corner“„Eisenbahne­r“„Outwachler“ „Eiergoalie“

Roland Müller

Wenn diese Vorrunde zu was gut war, dann dazu, dass viele Deutschen erstmals bemerkten, dass es „Magentatv“gibt. Wer wirklich alle Spiele gucken wollte (also auch Kracher wie Finnland – Russland oder Schweden – Slowakei), sah sich fast gezwungen, dem Streaming-dienst der Telekom näherzutre­ten. Wobei so mancher in seiner Verzweiflu­ng den Heiligen Timotheus (Höttges, Telekom-chef ) angerufen haben dürfte, so sehr waren die Server oft überlastet.

Wohl dem, der dank der Gnade seines Kabel-anbieters Alternativ­en hat: etwa ORF1. Auch per Alpen-connection kann man quasi die ganze EM gucken. Okay, der unvermeidl­iche Herbert Prohaska ist als Experte fast so schlimm wie Schweinste­iger. Vor allem aber muss man sich sprachlich umstellen – wenn etwa Ex-kicker Roman Mählich (u.a. Sturm Graz, Austria Wien) als Co-kommentato­r beim Spiel gegen Niederland­e entzückt ausruft: „Das Gurkerl g’fallt mer scho!“Ein „Gurkerl“, werte Damen und Herren, ist Fußball-österreich­isch für „Beinschuss“oder „Tunnel“. Wer also jetzt noch den Turnier-sender wechseln (oder sich linguistis­ch fortbilden) möchte, dem seien folgende Anfänger-vokabeln ans Herz gelegt: (Pfosten), (Eckball), (Pferdekuss), (Linienrich­ter) und, last but not least:

(schlechter Torhüter, besonders wichtig für England-spiele). Der Rest kommt dann von ganz allein!

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