Wer be­stellt, der be­zahlt

Märkische Oderzeitung Eisenhüttenstadt - - VORDERSEIT­E -

Mit dem Geld an­de­rer Leu­te ist es ein­fach, groß­zü­gig zu sein. Nach die­sem Prin­zip er­sinnt der Bund im­mer wie­der neue Leis­tun­gen, de­ren Kos­ten er an­de­ren auf­brummt, am liebs­ten Städ­ten und Ge­mein­den. Die kön­nen sich nicht weh­ren, son­dern nur auf die Hil­fe der Län­der hof­fen.

Wie un­mög­lich das ist, zeigt die Ent­las­tung von Kin­dern, de­ren El­tern pfle­ge­be­dürf­tig sind: Sie sol­len sich künf­tig erst ab 100 000 Eu­ro Ein­kom­men an den Kos­ten be­tei­li­gen müs­sen. Mal ab­ge­se­hen da­von, dass dies zum Teil ein Ret­tungs­pro­gramm für Erb­schaf­ten und da­her nicht nur über­flüs­sig, son­dern auch är­ger­lich ist. Wie­der ein­mal miss­ach­tet der Ge­setz­ge­ber das Prin­zip „Wer be­stellt, be­zahlt“. Der Bund macht sich ei­nen schlan­ken Fuß.

Da­bei hat­te er sich erst tags zu­vor ei­ne blu­ti­ge Na­se ge­holt, weil die Län­der die Kos­ten der Volks­zäh­lung al­lein schul­tern soll­ten. Im Ver­mitt­lungs aus­schuss konn­ten sie zu Recht durch­set­zen, dass der Bund knapp ein Drit­tel über­nimmt. Lei­der ha­ben Re­gie­rung und Bun­des­tag nichts dar­aus ge­lernt. Bei der Pfle­ge dürf­te es jetzt genau­so pein­lich lau­fen. Ver­ant­wor­tungs­vol­le Po­li­tik sieht an­ders aus.

Die­ter Kel­ler zur Ent­las­tung bei Pfle­ge­heim-Kos­ten

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