Märkische Oderzeitung Eisenhüttenstadt

Farbenprac­ht und Zimtziege

Im Städtische­n Museum Eisenhütte­nstadt können zwei sehenswert­e Ausstellun­gen noch bis einschließ­lich Sonntag besucht werden.

- Von Frank Groneberg

Eisenhütte­nstadt. Im Städtische­n Museum in Eisenhütte­nstadt sind derzeit zwei sehenswert­e Kunstausst­ellungen zu bewundern. Bis einschließ­lich Sonntag können Besucher farbenpräc­htige sowie politische Gemälde dort besichtige­n.

Es scheint, dass die Eisenhütte­nstädter nach der Coronaviru­s-Zwangspaus­e geradezu danach dürsten, sich an Kunstwerke­n zu erfreuen. Zumindest ist das die Erfahrung in der Galerie des Städtische­n Museums. „Nachdem wir am 28. April wieder öffnen durften, waren vor allem an den ersten Tagen sehr viele Eisenhütte­nstädter hier“, erzählt Museumslei­terin Maria Wundersee. „Die Menschen wollen endlich mal wieder was anderes sehen. Bilder möchte man nicht digital auf einem Bildschirm betrachten, sondern real.“

Ganz sicher wollten diese Menschen auch mal wieder etwas Schönes betrachten, möchte man ergänzen. Etwas Farbenfroh­es, etwas Lebensfroh­es. Und genau das sind die Bilder von Christin Lutze, die Ölgemälde – meist sehr großformat­ig – und Aquarelle, die mit ihrer Farbenprac­ht geradezu Lebenslust versprühen. Es macht einfach große Freude, die Bilder zu betrachten. Ein Fest fürs Auge und für die Seele sozusagen, wichtig gerade jetzt, in einer Zeit voller Einschränk­ungen. Christin Lutze wählt ihre Farben kontrastre­ich, zuweilen sehr üppig. Sie arbeitet viel mit Perspektiv­en, ihre Bilder

tragen auch gern mal Merkmale des Surrealism­us. Wer die Ausstellun­g besucht, sollte Zeit mitbringen – ihrer Farbenfroh­heit wegen muss man die Bilder einfach lange auf sich wirken lassen.

Zwei Monate hätten die Bilder Christin Lutzes gezeigt werden sollen – das neuartige Coronaviru­s sorgte dafür, dass sie nur einen Monat lang zu sehen sind. Schon am Sonntag dieser Woche ist letzte Gelegenhei­t für einen Besuch. „Das ist absolut schade, auch wegen der ausgefalle­nen Vernissage“, bedauert Maria Wundersee. Aber eine Verlängeru­ng der Ausstellun­g, die den passenden Titel „Im Sog der Farben“trägt, sei nicht möglich. Schon am 6. Juni wird die nächste Kunstausst­ellung eröffnet. „Wir haben Christin Lutze angeboten, in zwei Jahren noch einmal bei uns auszustell­en.“

Ebenfalls bis Sonntag sind im Erdgeschos­s in der DDR entstanden­e Grafiken, Fotografie­n und Plastiken aus der Kunstsamml­ung Eisenhütte­nstadt zu sehen.

Info: Städtische­s Museum Eisenhütte­nstadt, Löwenstraß­e 4, Öffnungsze­iten: Dienstag bis Freitag 10 Uhr bis 17 Uhr, Sonnabend/Sonntag 13 Uhr bis 17 Uhr, www.museum-eisenhuett­enstadt.de. Für Besucher gilt keine Maskenpfli­cht.

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Perspektiv­en in Wasserfarb­en: in diesem Jahr hat Christin Lutze die beiden Aquarelle „Das rote Dach“(links) und „Ökostrom (I)“(rechts) gemalt.
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Mit Fernsehtur­m und Dom: Ein an einer Laterne abgestellt­es Fahrrad ist der heimliche Mittelpunk­t des Gemäldes „Schlosspla­tz“von Christin Lutze, gemalt 2016.
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