Ei­ne Nacht im Mai ver­hin­dert gu­te Ern­te

Er­trags­aus­fäl­le Schwe­rin er­laubt Land­wir­ten als Aus­nah­me An­bau auf öko­lo­gi­schen Vor­rang­flä­chen.

Märkische Oderzeitung Erkner - - VORDERSEIT­E - Dpa

Frank­furt (Oder). In Bran­den­burg fällt in die­sem Jahr die Ap­fel­ern­te ma­ger aus. Ins­ge­samt 15 000 Ton­nen wer­den avi­siert. Man­che Obst­bau­ern ho­len fast nichts von den Bäu­men – we­gen ei­ner Nacht im Mai, die den Blü­ten arg zu­setz­te.

Schwe­rin. Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Till Back­haus (SPD) hat als Re­ak­ti­on auf die Er­trags­aus­fäl­le durch den tro­cke­nen Som­mer öko­lo­gi­sche Vor­rang­flä­chen zur Fut­ter­ge­win­nung frei­ge­ge­ben. Wie sein Mi­nis­te­ri­um jetzt mit­teil­te, ste­hen so­mit 79 000 Hekt­ar zu­sätz­lich zur Fut­ter­pro­duk­ti­on für Nutz­tie­re zur Ver­fü­gung.

Öko­lo­gi­sche Vor­rang­flä­chen müs­sen von Land­wir­ten aus­ge­wie­sen wer­den, die mehr Geld durch die Eu-agrar­för­de­rung be­kom­men wol­len. Die­se Flä­chen dür­fen nur sehr ein­ge­schränkt ge­nutzt wer­den. Die Fut­ter­pro­duk­ti­on ist ei­gent­lich aus­ge­schlos­sen. Mit ei­ner Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung kann das Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um die Flä­chen aber frei­ge­ben, und die Bau­ern er­hal­ten den­noch die vol­le För­de­rung. Ei­ne sol­che Aus­nah­me­re­ge­lung war schon nach dem tro­cke­nen Som­mer 2018 er­teilt wor­den.

Maß­nah­me wird be­grüßt

Der Agrar-ex­per­te des Bun­des für Um­welt und Na­tur­schutz Deutsch­land (BUND) in Meck­len­burg-vor­pom­mern, Burk­hard Ro­loff, sieht nur ge­rin­ge öko­lo­gi­sche Schä­den durch die Flä­chen­frei­ga­be. „Es ist gut, wenn die Flä­chen jetzt in der Not­si­tua­ti­on ge­nutzt wer­den“, sag­te er.

Der Afd-ab­ge­ord­ne­te San­dro Her­sel fin­det die ge­gen­wär­ti­ge Frei­ga­be für den Tier­fut­ter­an­bau eben­falls sinn­voll: „Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, wie­so aus rein po­li­ti­schen Grün­den vor­han­de­ne Flä­chen brach lie­gen“, sag­te Her­sel.

Auch die Lan­des­vor­sit­zen­de der Grü­nen, Clau­dia Schulz, be­für­wor­te­te die Frei­ga­be, be­ton­te al­ler­dings: „Die Not­maß­nah­me ist ein Ach­tungs­zei­chen da­für, dass wir uns mit­ten im Kli­ma­wan­del be­fin­den.“Mo­or­bö­den dürf­ten bei­spiels­wei­se nicht mehr ent­wäs­sert wer­den, um bei tro­cke­nen Som­mern Was­ser­spei­cher zu ha­ben, sag­te Schulz.

Fo­to: dpa

Die Ap­fel­ern­te in Bran­den­burg fällt nicht gut aus.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.