Blond und gut

Pro­fi­le­rin Ju­lia Du­rant ging vo­ri­ges Jahr erst­mals auf Sen­dung. Jetzt kom­men gleich zwei neue Fäl­le mit der toughen Kom­mis­sa­rin auf Sat.1.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - MEDIEN - Von Klaus Bra­eu­er dpa

Jung, blond, tot – Ju­lia Du­rant er­mit­telt“– so hieß der ers­te Film mit San­dra Borg­mann in der Ti­tel­rol­le, der im De­zem­ber 2018 ge­zeigt wur­de. Nun wird nach­ge­legt, al­ler­dings mon­tags, mit gleich zwei Fol­gen: „Kal­tes Blut“läuft heu­te um 20.15 Uhr, „Mör­de­ri­sche Ta­ge“folgt am 11. No­vem­ber.

In „Kal­tes Blut“fährt Ju­lia Du­rant an ei­nem schö­nen Früh­lings­tag in ein klei­nes Dorf, in dem nach­ein­an­der die 16-jäh­ri­gen Schü­le­rin­nen Kers­tin und Se­li­na ver­schwun­den sind, die bei­de in The­ra­pie auf ei­nem Rei­ter­hof wa­ren. Kers­tin hat­te ei­ne Af­fä­re mit der ver­hei­ra­te­ten Reit­leh­re­rin Son­ja (Ka­the­ri­na Hey­er), von der ihr Mann Achim (Shen­ja La­cher) of­fen­sicht­lich nichts wuss­te. Du­rant ver­mu­tet den Ent­füh­rer un­ter den streng gläu­bi­gen Ein­woh­nern, denn mit ei­nem von ih­nen hat­te auch Se­li­na ein Ver­hält­nis. Der­weil muss Du­rant um ih­ren Va­ter Kon­rad (Ger­main Wa­gner) ban­gen – der Pfar­rer liegt nach ei­nem Herz­an­fall im Ko­ma.

Fi­gu­ren wir­ken ober­fläch­lich

Es geht in bei­den Fäl­len (Re­gie: Ni­co­lai Roh­de) um ei­nen Tä­ter, der ganz nah an der Er­mitt­le­rin ist – und lei­der schon zur Mit­te des Films ent­tarnt wird. Zu­dem wir­ken die Fi­gu­ren sämt­lich sehr ober­fläch­lich, ih­re Be­weg­grün­de blie­ben na­he­zu im Dunk­len – ganz im Ge­gen­teil zu den ge­nau ge­zeich­ne­ten Cha­rak­te­ren der Buch­vor­la­gen von Andre­as Franz.

Die schö­nen Bil­der kön­nen nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass das Er­mitt­ler­team vie­le Spu­ren über­sieht, fal­schen Fähr­ten folgt und blass aus­sieht – bis auf Du­rant, die wie­der­um als klei­nes Mäd­chen fast er­trun­ken wä­re, wo­durch sie trau­ma­ti­siert ist. Der Film lebt von der Haupt­fi­gur. San­dra Borg­mann fin­det ih­re Haupt­fi­gur gar nicht kühl oder be­son­ders rau. „Ich frag’ mich, woran das liegt, dass ei­ne Frau, die we­der dem Ur­bild des Mut­ter­bu­sens noch dem der Ver­füh­re­rin ent­spricht, oft als dis­tan­ziert wahr­ge­nom­men wird.“Ge­ra­de in „Kal­tes Blut“se­he man schnell, wie we­nig dis­tan­ziert sie sei. Sie sei nur klar, und zu­gleich ver­letz­bar wie je­der an­de­re auch, sagt Borg­mann. Das im­mer­hin wird deut­lich, denn sie spielt Ju­lia Du­rant ein­fach sehr gut.

„Kal­tes Blut – Ju­lia Du­rant er­mit­telt“: Heu­te, Sat.1, 20.15 Uhr

Fo­to: Sat.1/chris­ti­an Lü­de­ke

Star­kes Team: Kom­mis­sa­rin Ju­lia Du­rant (San­dra Borg­mann, M.) und ih­re Kol­le­gen Schulz (Gui­do Bro­scheit, l.) und Dom­brow­ski (Eric Steh­fest, r.)

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