Wer hat mit Tie­mi ge­spielt?

In Ge­ra kön­nen Be­su­cher in Er­in­ne­run­gen an Ddr-kind­heits­ta­ge schwel­gen.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - KULTUR -

Ge­ra. Ei­nen Blick in Ddr-kin­der­zim­mer bie­tet die Aus­stel­lung „Ei­sen­bahn und Feu­er­wehr, Pup­pen­herd und Ted­dy­bär“des Ge­ra­er Stadt­mu­se­ums. Zu­gleich lädt sie zu ei­nem Streif­zug durch die Spiel­wa­ren­pro­duk­ti­on zwi­schen Ost­see und Erz­ge­bir­ge. 350 Stü­cke ha­ben die Aus­stel­lungs­ma­cher aus der et­wa 3800 Ob­jek­te um­fas­sen­den Samm­lung des Ost­thü­rin­ger Ehe­paa­res Ra­mo­na und Andre­as Reiß­mann aus­ge­wählt: Die Sprech­pup­pe aus dem VEB Big­gi Wal­ters­hau­sen ge­hört eben­so da­zu wie der Lern­com­pu­ter Pi­ko dat und Flug­zeug-mo­dell­bau­käs­ten.

„Wir wol­len vor al­lem Din­ge zei­gen, bei de­nen die Leu­te ei­nen Aha-ef­fekt ha­ben und sa­gen: Stimmt, da­mit ha­be ich auch ge­spielt“, er­klär­te Mu­se­ums­mit­ar­bei­ter Mat­thi­as Wa­gner. Da­bei rich­te sich die Schau nicht nur an Be­su­cher mit Ddr-bio­gra­fie, be­ton­te er und ver­wies auf den ho­hen Ex­port­an­teil der Spiel­zeug­pro­duk­ti­on der DDR.

„Was auf­fällt ist, dass im­mer wie­der Spiel­sa­chen aus dem Wes­ten nach­ge­macht wur­den“, er­gänz­te Ku­ra­to­rin Ta­bea Pan­dorf. So ist das Brett­spiel „Chan­ce oder Lo­gik“zu se­hen, das gro­ße Ähn­lich­keit mit dem „Spiel des Le­bens“auf­weist. Und dem Er­folg des ja­pa­ni­schen Monchi­chi – ei­nem af­fen­ähn­li­chen Plüsch­tier – setz­te das VEB Son­ni in Süd­thü­rin­gen den deut­lich grö­ße­ren Tie­mi ent­ge­gen. Laut Pan­dorf fand auch der aber eher im Aus­land als in Ddr-kin­der­zim­mern ein Zu­hau­se.

Zu den Ku­rio­si­tä­ten der Aus­stel­lung zählt ein fern­ge­steu­er­tes Au­to, das ein In­ge­nieur in Ge­ra schon in den 1950er-jah­ren ent­wi­ckelt hat. Es ist mit vier Vor­wärts- und ei­nem Rück­wärts­gang aus­ge­stat­tet, eben­so wie Blin­ker, Fern- und Stand­licht so­wie Hu­pe. Da­mit galt es nicht nur als Spiel­zeug, son­dern auch als Lehr­mit­tel.

Die Schau zeigt auch, dass Spiel­wa­ren ein Spie­gel ih­rer Zeit sind. So konn­ten Kin­der mit „Der klei­ne Groß­block­bau­meis­ter“den Bau von Neu­bau­blö­cken nachahmen oder mit dem Mond­mo­bil Lu­no­ch­od die so­wje­ti­sche Mond­mis­si­on nach­spie­len. Auch der fern­lenk­ba­re Pan­zer T62 und Sol­da­ten­fi­gu­ren wa­ren im An­ge­bot. Ein Man­ko: Das Spiel­zeug bleibt hin­ter Vi­tri­nen ver­bor­gen, ge­spielt wer­den darf nicht; ei­ne Spiel­ecke hält fast aus­schließ­lich heu­ti­ges Spiel­zeug be­reit.

Stadt­mu­se­um Ge­ra, Mu­se­ums­platz 1, bis 15.3.2020. Mi bis So 12–17 Uhr

Fo­to: dpa

Spiel­zeu­gkos­mo­naut in der Aus­stel­lung „Spiel­zeug Ma­de in GDR“

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