Es gibt nicht über­all nichts

Spa­rer er­le­ben schwie­ri­ge Zei­ten. Mit Null­zin­sen muss sich aber nie­mand ab­spei­sen las­sen. Ei­ne Über­sicht der An­ge­bo­te.

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - RATGEBER | GELD - Von Si­mo­ne Grö­ne­weg

Egal, wie trüb die Aus­sich­ten er­schei­nen: Kon­ser­va­ti­ve Spa­rer müs­sen sich nicht mit den gän­gi­gen 0,01 Pro­zent oder bei hö­he­ren Ein­la­gen gar mit Ne­ga­tiv­zin­sen ab­spei­sen las­sen.

„Die An­le­ger soll­ten beim The­ma Zin­sen über den Tel­ler­rand der be­kann­ten Fi­li­al­ban­ken schau­en “, rät die Al­ters vor­sor­ge spe­zia­lis­tin Do­ris Kap­pes vond er Ver­brau­cher schutz zen­tra­le Ham­burg .„ Wenn es auch nicht viel gibt, kann man zu­min­dest ver­su­chen, ei­nen Teil der In­fla­ti­ons­ra­te aus­zu­glei­chen.“

Ver­gleichs­wei­se at­trak­ti­ve Kon­di­tio­nen ge­währt der­zeit et­wa die Cré­dit Ag­ri­co­le, ei­ne der größ­ten fran­zö­si­schen Ban­ken. Sie bie­tet für ein Jahr 1,01 Pro­zent Zin­sen. Legt je­mand dort zwei Jah­re sein Geld an, er­hält er 1,21 Pro­zent.

Ta­ges­geld­kon­ten bie­ten mehr Fle­xi­bi­li­tät. Die Zahl at­trak­ti­ver Of­fer­ten hält sich aber sehr in Gren­zen. Ein­zel­ne In­sti­tu­te lo­cken Neu­kun­den mit ei­nem hö­he­ren Ein­stiegs­zins. So gibt es bei der ING vier Mo­na­te lang im­mer­hin 0,25 Pro­zent für ein neu er­öff­ne­tes Kon­to. Im An­schluss gilt ein va­ria­bler Zins­satz, der mo­men­tan bei 0,01 Pro­zent liegt.

Mit­un­ter zah­len Geld­in­sti­tu­te im Aus­land et­was hö­he­re Zin­sen. Spe­zi­el­le In­ter­net platt­for­men wie Zinspi­lot, Sa­ve­do und Welt­spa­ren sind Ver­mitt­ler. „Ver­brau­cher kön­nen mit ge­rin­gem Auf­wand bes­ser ver­zins­te Ein­la­gen­pro­duk­te von Ban­ken im Aus­land nut­zen, oh­ne dort ex­tra ein Kon­to er­öff­nen zu müs­sen“, sagt Chris­ti­an Ties­sen, Lei­ter von Zinspi­lot.

Vor al­lem aber wol­len Spa­rer wis­sen, ob ihr Geld wirk­lich si­cher ist. Grund­sätz­lich gilt in der Eu­ro­päi­schen Uni­on: Geht ei­ne Bank plei­te, ha­ben al­le Kon­to­in­ha­ber ei­nen Rechts­an­spruch auf Rück­er­stat­tung ih­res Gel­des bis 100 000 Eu­ro. Die Ein­la­gen­si­che­rung ob­liegt al­ler­dings den je­wei­li­gen Län­dern, in de­nen das Geld liegt. Die Bo­ni­tät des Lan­des ist da­mit von Be­deu­tung. „Man kann da­von aus­ge­hen, dass Län­der wie Deutsch­land, die Nie­der­lan­de, Ös­ter­reich, Frank­reich, Schwe­den und Lu­xem­burg ei­ner strau­cheln­den Bank fi­nan­zi­ell hel­fen kön­nen“, meint Kap­pes.

Kos­ten­lo­se Gi­ro­kon­ten

Kun­den soll­ten nicht nur die Zins­sät­ze im Blick ha­ben. So ver­lan­gen im­mer mehr Ban­ken Kon­to­füh­rungs­ge­büh­ren und zu­sätz­li­che Ent­gel­te. Zwar bie­ten noch mehr als 100 Ban­ken Kon­ten oh­ne mo­nat­li­che Ge­bühr an, oft gilt das aber nur un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen. Al­ler­dings be­steht kei­ne Si­cher­heit, dass Kon­ten kos­ten­los blei­ben. Ge­büh­ren müs­sen aber min­des­tens zwei Mo­na­te vor­her schrift­lich an­ge­kün­digt wer­den.

Fo­to: © Behope­ful/shut­ter­stock.com

In Zei­ten von Ne­ga­tiv­zin­sen wird das Spar­schwein zur ernst zu neh­men­den Al­ter­na­ti­ve.

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