Im Ze­nit sei­ner Kar­rie­re

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - POLITIK - Dpa

Mit dem Csu-vor­sitz und dem Amt des baye­ri­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten, be­tont Mar­kus Sö­der im­mer wie­der, ha­be er sei­nen „Traum­job“ge­fun­den. Tat­säch­lich ist der 52-Jäh­ri­ge im Ze­nit sei­ner Kar­rie­re. Dem bis­he­ri­gen Hö­he­punkt je­den­falls. Er führt die CSU völ­lig un­an­ge­foch­ten, be­stimmt als Par­tei­chef Rich­tung und Tem­po der Bun­des­re­gie­rung maß­geb­lich mit und führt Bay­ern qua­si im Al­lein­re­gie­rungs-stil.

Zu­dem hat er die CSU in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten in ei­ne neue Rich­tung ge­führt: Er hat sie so­zu­sa­gen er­grü­nen las­sen. So viel Ar­ten-, Um­welt- und Kli­ma­schutz gab es noch nie bei den Christ­so­zia­len. Da­bei war Sö­der durch­aus selbst Ge­trie­be­ner: von ei­nem Volks­be­geh­ren für mehr Ar­ten­schutz oder auch den Ju­gend­li­chen, die für mehr Kli­ma­schutz de­mons­trie­ren.

Aber Sö­der ist ein ge­wief­ter Tak­ti­ker und Stra­te­ge, der sich aus der De­fen­si­ve lie­ber ganz schnell wie­der selbst in die Of­fen­si­ve bringt. Der blitz­schnell ab­schätzt und kal­ku­liert, wie er aus ei­ner po­li­ti­schen Ent­wick­lung den größt­mög­li­chen Nut­zen schlägt. Der noch da­zu weiß, wie man Bot­schaf­ten an den Mann und die Frau bringt. Und so führt er die CSU und die Staats­re­gie­rung im Stil ei­ner gro­ßen One­man-show. Und der Füh­rungs­stil des Fran­ken, be­rich­ten In­si­der, kann knall­hart sein: Ent­we­der man folgt ihm – oder man bleibt auf der Stre­cke.

Die Par­tei will er um­krem­peln, sie mo­der­ner, di­gi­ta­ler, jün­ger und weib­li­cher ma­chen. Doch man­che in der CSU ha­dern mit der Par­tei­re­form, man­che mit dem neu­en grü­nen Kurs. Man­chen geht der Wan­del schlicht zu schnell. Wie viel Pro­zent al­so könn­te Sö­der bei der Wahl zum Par­tei­vor­sit­zen­den be­kom­men? Bei Csu-par­tei­ta­gen spricht man gern von „kol­lek­ti­ver In­tel­li­genz“, weil al­le zu­sam­men­hal­ten. Dann müss­ten es mehr als 90 Pro­zent wer­den.

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