Sy­ri­sche Re­gie­rung

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - THEMEN DES TAGES/POLITIK -

Dank des Ein­grei­fens Russ­lands vor vier Jah­ren er­langt die sy­ri­sche Re­gie­rung lang­sam die Kon­trol­le über grö­ße­re Tei­le des Lan­des zu­rück. Seit dem Auf­stand 2011 wa­ren wei­te Ge­bie­te an die Re­bel­len­grup­pen im Nor­den und die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) ge­fal­len. Letz­te­re be­setz­te zu­sam­men mit dem von ihr er­ober­ten Ter­ri­to­ri­um im an­gren­zen­den Irak zeit­wei­se ein Ge­biet von der Grö­ße Groß­bri­tan­ni­ens.

Ne­ben Russ­land hat auch der Iran mit Kampf­trup­pen da­für ge­sorgt, dass der sy­ri­sche Dik­ta­tor Ba­schar al-as­sad an der Macht blieb. Oh­ne frem­de Hil­fe wä­re das Re­gime kol­la­biert. Al­lei­ne das sy­ri­sche Mi­li­tär er­litt wäh­rend des Kriegs hef­ti­ge Ver­lus­te: Von ur­sprüng­lich mehr als 300 000 Sol­da­ten ist nach Schät­zun­gen von Ex­per­ten noch ein Drit­tel üb­rig.

Bei der künf­ti­gen Nach­kriegs­ord­nung des Lan­des wer­den al­so Mos­kau und Te­he­ran ein ge­wich­ti­ges Wort mit­re­den. Kön­nen die Re­gie­rungs­trup­pen und die in­zwi­schen mit ih­nen ver­bün­de­ten Kur­den den tür­ki­schen Ein­marsch in Nord­sy­ri­en zu­rück­schla­gen oder zu­min­dest ein­däm­men, dann kön­nen sich so­wohl As­sad als auch Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin Vor­tei­le si­chern. As­sad er­hält wie­der Zu­griff auf den Nor­den und Nord­os­ten des Lan­des mit sei­nen Öl­quel­len, und Pu­tin hat im Na­hen Os­ten auf Dau­er mi­li­tä­risch ei­nen Fuß in der Tür – und die Wirt­schaft sei­nes Lan­des wird vom Wie­der­auf­bau des zer­stör­ten Sy­ri­en pro­fi­tie­ren.

Fo­to: --/Krem­lin/dpa

Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin (links) be­grüßt sei­nen sy­ri­schen Amts­kol­le­gen Ba­schar al-as­sa­di.

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